Flugzeuge beim Taxiing: Am Boden ist viel Konzentration gefragt.

Zum Rollen ist Erfahrung nötig

«Warum steuert am Boden immer der Kapitän das Flugzeug?», fragt aeroTELEGRAPH-Leser Jens Lucke. Ein Linienpilot antwortet ihm.

Top-Jobs

Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs

Es ist tatsächlich bei den meisten Fluggesellschaften Standard, dass der Kapitän das Flugzeug am Boden steuert. Dies hat jedoch keine rechtlichen Gründe. Im Grunde darf auch der Kopilot den Flieger am Boden steuern.

Die Regelungen über die Arbeitsaufteilung schlagen die Hersteller der Flugzeuge vor. Sie lassen dabei aber gewisse Spielräume. Die einzelnen Airlines übernehmen diese zu weiten Teilen und nehmen je nach Firmenkultur gewisse Anpassungen in den Abläufen und Verfahren vor.

Verantwortung über das Flugzeug

In der Luft gibt es immer die Arbeitsteilung flying/non flying pilot und da ist es auch immer abwechselnd zwischen Pilot und Kopilot aufgeteilt. Diese Aufteilung gibt es am Boden nicht. Bei den meisten großen Airlines gilt dann: Der Kapitän rollt, der Kopilot macht den Funk und die Checklistenarbeit. Dies Aufteilung müsste nicht zwingend so übernommen werden, irgendeine Aufteilung muss es aber geben.

Und sie macht auch schon Sinn: Der Kapitän hat die Hauptverantwortung über das Flugzeug. Er ist also auch der Verantwortliche, wenn es zu einem Zusammenstoß kommen würde. Außerdem hat er in den meisten Fällen mehr Erfahrung und kann so besser die Übersicht auf dem Flugplatz behalten.

Erfahrung nötig

Gerade auf großen Flughäfen ist das zum Teil sehr schwierig. Man muss bei dem ganzen Verkehr wissen, auf welchen Rollwegen und vor oder hinter welchen Flugzeugen man jetzt zu seiner Parkposition rollen darf. Die Verantwortung und die Arbeitsbelastung ist also auch am Boden enorm hoch, und es bleibt meistens weniger Zeit um zu agieren oder reagieren. Da finde ich es schon sinnvoll, dass der Kapitän auch selber rollt.

Während der Ansagen an die Passagiere wird dann das Steuer an den Kopiloten übergeben, somit steuert auch der gelegentlich das Flugzeug am Boden. Damit ein Kopilot Erfahrung sammeln kann, kommt es auch vor dass er zum Üben nach der Landung selber bis ans Dock das steuert und das Flugzeug parkt. Des Weiteren wird das Rollen auch im Simulator geübt - jedoch nur bedingt realistisch.

Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen europäischen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können.  Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com.  Unter den eingesandten Fragen werden die spannendsten jeweils auf aeroTELEGRAPH beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht.

Mehr zum Thema

Wie nutzen sich Reifen ab? Und kann man etwas dagegen tun?

Wie nutzen sich Reifen ab? Und kann man etwas dagegen tun?

Flugzeuge am Himmel: Kollisionen gilt es zu vermeiden.

Wie man Kollisionen vermeidet

Jedes Licht hat einen anderen Zweck - doch alle sind wichtig.

Was welches Licht bedeutet

Piloten im Cockpit: Vor dem Flug noch die letzten Entscheidungen treffen.

Wie man die Flugzeit berechnet

Video

airbusa350edelweissbusinesssuite003
Alles neu bei Edelweiss: Die Schweizer Ferienfluglinie stellt ihre komplett neu entwickelte Airbus-A350-Kabine vor. Premium Economy, Business Suite und ein aufgewertetes Design sollen das Langstreckenerlebnis neu definieren – ohne die Ferien-DNA zu verlieren. Genau darin liegt die Chance. Und das Risiko.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack
antonov leipzig 14
Aufgrund des russischen Angriffskriegs musste die ukrainische Frachtfluggesellschaft ihre Basis nach Deutschland verlegen. aeroTELEGRAPH hat Antonov Airlines und ihre An-124 am Flughafen Leipzig/Halle besucht.
Timo Nowack
Timo Nowack