Hohe VerlusteVolga-Dnepr parkt zwei Antonov An-124

Die russische Frachtfluggesellschaft geht es nicht gut. Um Verluste zu reduzieren, entlässt Volga-Dnepr Mitarbeiter und legt zwei Flugzeuge still.

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Noch im Sommer hatte Volga-Dnepr ehrgeizige Pläne. Am deutschen Drehkreuz Leipzig-Halle wollte der russische Frachtriese seine aktuell 20 wöchentlichen Flüge bis 2030 auf 50 vervielfachen. Nun geht es bei Volga-Dnepr eher in die andere Richtung.

Bis zu 100 Mitarbeiter werden entlassen, bestätigte Volga-Dnepr dem Portal The Loadstar. Zudem legt die Frachtfluglinie zwei ihrer zwölf Antonov An-124 vorübergehend still. Der Grund dafür sollen hohe Verluste sein.

Schulden angewachsen

Einen Betriebsverlust von etwa 100 Millionen Dollar hat Volga-Dnepr dieses Jahr angeblich eingeflogen, berichtet das Portal Cargo Forwarder mit Berufung auf Insider. Auch die Schulden sollen gestiegen sei, heißt es weiter. Laut dem Unternehmen ist die sinkende Nachfrage nach Frachtdienstleistungen der Grund für das verlustreiche Jahr. Schuld daran sind auch die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den Vereinigten Staaten.

Selber spricht Volga-Dnepr davon, dass es sich bei den Entlassungen und der Stilllegung von Fliegern um eine vorübergehende Maßnahme handelt. Mit ihnen bereite man sich auf eine «Rückkehr der Nachfrage» vor. Eine Sprecherin erklärt, dass das Parken der beiden An-124 zudem für die Ausrüstung mit Radar-Transpondern genutzt wird, die es künftig gesetzlich braucht.

Keine weiteren Entlassungen

Die Lage scheint für Volga-Dnepr dennoch ernst zu sein. Gegenüber The Loadstar sagte eine interne Quelle, bei der Tochter Air Bridge Cargo seien sogar 200 Arbeitsstellen gefährdet. Berichte über finanzielle Schwierigkeiten streitet Volga-Dnepr jedoch bisher entschieden ab. Ebenso verneint das Unternehmen weitere Entlassungspläne.

Bekannt ist jedoch, dass es zuletzt mehrere Kunden verloren hat. Bis Ende 2018 flog die Airline beispielsweise im Auftrag der deutschen Bundeswehr nach Afghanistan und Mali. Weil der Vertrag offenbar auf Druck der russischen Regierung nicht mehr verlängert wurde, entgehen Volga-Dnepr Millionen. Zudem verlor die Fluglinie Kunden, weil sie eine Zusammenarbeit mit Luftfahrtbrokern beendete.

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