Kriege, geopolitische Spannungen und blockierte Seewege sind schlechte Nachrichten. Für die Luftfracht können sie allerdings zusätzliche Nachfrage bedeuten. Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr sprach bei einer Rede vor Journalistinnen und Journalisten vergangene Woche ungewöhnlich offen über dieses Paradox. Und darüber, welche Rolle Lufthansa Cargo heute für den Konzern spielt.
«Bei der Lufthansa Cargo kann ich immer nur sagen: Je mehr Unruhe auf der Welt, desto besser für Cargo», sagte Spohr bei der Veranstaltung in Frankfurt. Das sei angesichts der geopolitischen Situation zwar traurig, für das Geschäftsmodell aber relevant. Ein Grund dafür liegt auf dem Wasser: Wird ein wichtiger Seeweg gesperrt, werde versucht, mehr Transporte in die Luftfahrt zu verlagern, erklärte der Lufthansa-Group-Chef. Für die Frachtsparte kann die zunehmende Unsicherheit damit zusätzliche Nachfrage schaffen.
Lufthansa Cargo wächst schneller als Passgaierairlines
Lufthansa Cargo ist für den Konzern aber nicht nur in Krisenzeiten wichtig. Spohr bezeichnete die Frachtsparte gemeinsam mit Lufthansa Technik als eine wesentliche Stütze des Gewinns. Und beide Geschäftsfelder könnten in den kommenden Jahren eine noch größere Rolle spielen. Ihr Wachstum werde wahrscheinlich über dem der Passagierairlines liegen, so der Konzernchef.
Für das laufende Jahr zeigt er sich ebenfalls zuversichtlich. Das vierte Quartal, das beste Quartal für die Luftfracht, steht noch bevor. Entsprechend sei er «sehr optimistisch», was die nächsten Monate angeht. Zugleich wird das Geschäft internationaler. Lufthansa Cargo fliegt laut Spohrs Angaben inzwischen nicht nur über den Pazifik. Die Flugzeuge werden auch innerhalb Asiens eingesetzt.
Lufthansa will am Wachstum anderer Volkswirtschaften teilhaben
Dahinter steckt eine grundsätzliche Überlegung des Konzerns: Bei Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik sei es deutlich einfacher als im Passagiergeschäft, am Wachstum anderer Volkswirtschaften teilzuhaben, erklärte Spohr. Genau diese Möglichkeit wolle Lufthansa nutzen.
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