Warum Bordessen so schlecht ist

Die Geschmacksnerven sind nicht alleine schuld. Ein Physik-Professor erklärt, dass Airlines durchaus gutes Essen servieren könnten - und warum sie es nicht tun.

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Egal, in welcher Klasse man reist. Bordessen wird wohl nie zu einem kulinarischen Höhenflug. Zwar gibt es besseres, schlechteres und schlicht nicht essbares Airline-Essen. Aber die Speisen wirklich gut zu machen, ist einfach nicht möglich. Das sagt der Physiker Jay Wacker von der amerikanischen Eliteuni Stanford in einem Gastbeitrag im Wirtschaftmagazin Forbes. Viele gängige Theorien schieben das auf die Geschmacksnerven, die in 10'000 Metern Höhe schlechter funktionieren. In der Höhe schmeckt man als hätte man Schnupfen.

Doch auch die Zubereitung ist gemäß Wacker schuld. «Stellen Sie sich vor, Sie müssen für 450 Menschen kochen und zum Servierzeitpunkt ist die nächste echte Küche zwei Stunden entfernt», so Wacker. Das Essen muss es also aushalten, lange Zeit warm gehalten zu werden. Gerade bei frischen Gerichten und Gemüse hat das zur Folge, dass Proteine und Vitamine sich schon lange verabschiedeten, wenn das Essen auf den Tisch kommt. Das ist auch der Grund, warum das warme Essen auf vielen Flügen schon derart kurz nach dem Start serviert wird, so der Professor.

Currys meist gut

Auf Transatlantik-Flügen ist das aber oft nicht möglich. «Da die Öfen schwach sind und zugepackt mit Hunderten Mahlzeiten, muss man aufpassen, dass nichts schlecht wird». Das schränkt die Auswahl an Lebensmitteln ein. Am besten, sind gemäß Wacker Eintöpfe, die ihren Geschmack nicht verlieren, wenn sie lange erhitzt werden.

Das erklärt auch, warum es zumindest asiatische Airlines oft noch schaffen, ihre Kunden zufrieden zu stellen. Sie servieren oft Currys, die sogar einigermaßen akzeptabel schmecken. Doch die exotischen Gewürze würden es durch den Auswahlprozess westlicher Fluggesellschaften nicht schaffen, so Wacker.

Frisch ist zu teuer

Natürlich wäre es möglich, das Essen auch an Bord so herzustellen, dass die anspruchsvollen Gäste zufrieden wären. Doch dabei würden die Kosten für ein einzelnes Essen an Bord um 100 Dollar ansteigen, so der Professor. Und das würde sich in den Ticketpreisen niederschlagen. «Und die meisten Passagiere verzichten dann eben doch lieber auf ein bisschen Luxus, wenn die Tickets billig sind.»

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