Schleifen bei Taranto: Der Airbus A350 von Swiss übt Starts und Landungen.

TarantoWarum Swiss mit dem Airbus A350 an einem italienischen Provinzflughafen trainiert

Die Schweizer Fluggesellschaft wählte für die ersten Landetrainings mit ihrem Airbus A350 den unscheinbaren Flughafen Taranto. Es gibt gute Gründe, weshalb der Airport in Apulien nicht nur für Swiss das perfekte Übungsgelände ist.

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Taranto könnten wohl nur wenige auf einer Karte genau verorten. Die Industriestadt in Apulien hat 185.000 Einwohnerinnen und Einwohner und lebt seit jeher von der Landwirtschaft, Fischerei und der Muschelzucht. Heute sind aber auch das riesige Stahlwerk (zusammen mit Duisburg das größte Europas) und petrochemische Anlagen, Zementfabriken und Werften wirtschaftlich wichtig.

Taranto wird aber anders als Alberobello, Bari, Brindisi, Lecce oder Otranto von den meisten Reisenden, die Jahr für Jahr zahlreicher nach Apulien fahren, meist links liegen gelassen. Und so gibt es am örtlichen Flughafen auch keine Linienflüge - nicht mal Billigairlines steuern ihn an. Dennoch stuft Italien den Aeroporto di Taranto-Grottaglie als «Flughafen von nationalem Interesse» ein. Das Land hat ihn als Forschungs-, Entwicklungs- und Versuchszentrum für die Luftfahrt positioniert.

Pilotinnen und Piloten an Bord des Airbus A350 von Swiss

Und Interesse an ihm hat auch Swiss. Denn am Montag (20. Oktober) steuert sie mit ihrem ersten Airbus A350 Taranto an. Um 10:54 Uhr landete er als Flug LX5550 am apulischen Flughafen. «Wir führen dort Landetrainings durch», bestätigt eine Sprecherin aeroTELEGRAPH. An Bord der HB-IFA befänden sich mehrere Pilotinnen und Piloten. Inzwischen sieht man sie beim Flugverfolgungsdienst Airnav Radar bereits fleissig Starts und Landungen trainieren.

Die Wahl von Taranto kommt nicht von ungefähr. Zum einen hat der Flughafen eine 3200 Meter lange und 45 Meter breite Piste. Zudem ist er auch in Sachen Infrastruktur voll ausgerüstet. Er kann also problemlos Langstreckenflugzeuge aufnehmen. Das braucht er auch. Denn wöchentlich stattet der Boeing Dreamlifter dem Airport einen Besuch ab. Denn Leonardo betreibt angrenzend ein Werk, das Rumpfsektionen der Boeing 787 herstellt.

Bereits mit Boeing 777 in Taranto zu Gast

Dazu kommt, dass das Wetter in Apulien meistens gut ist. Aktuell ist es sonnig, die Sicht ist gut und es herrschen nur leichte Winde. Und schließlich gibt es außer den Flugzeugen und Hubschraubern der italienischen Marine keinen Verkehr - man ist also weitgehend ungestört. Swiss hat Taranto bereits mehrmals genutzt. Auch mit ihren Boeing 777-300 ER war sie schon in Apulien zu Gast.

Nicht nur der Flughafen selbst ist für Tests interessant. Die italienische Flugsicherung hat im Golf von Taranto drei reservierte Fluggebiete auf unterschiedlichen Höhen geschaffen, in denen Flugzeug- und Systemtests mit Vorrang durchgeführt werden können.

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