Boeing 737 Max 8: Erholt sich der Ruf der Maschine wieder?

UmfrageDie Skepsis der Passagiere gegenüber der 737 Max

Wie schnell oder langsam werden Fluggäste das Vertrauen in die Boeing 737 Max zurückgewinnen? Eine neue Umfrage gibt erste Eindrücke.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Was denken Reisende über die Boeing 737 Max? Nach dem Absturz von Ethiopian-Airlines-Flug ET302 mit 157 Toten im März sagte der Chef der Fluglinie, Tewolde Gebremariam, es werde schwierig, die Passagiere wieder von dem Flugzeugtyp zu überzeugen. «Sie können sich vorstellen, was für ein Stigma mit dem Flugzeug verbunden ist», sagte Gebremariam und meinte dabei wohl vor allem die Kunden seiner eigenen Fluggesellschaft.

Doch nach den Abstürzen von 737 Max in Indonesien und Äthiopien und dem Grounding des Fliegers haben viele Reisende auch in anderen Teilen der Welt wenig Vertrauen in das Modell. Das zeigt eine Umfrage des Finanzhauses Barclays. «Um die Wahrnehmung der 737 Max zu messen, haben wir 1765 Fluggäste in Nordamerika und Europa befragt, die einen breiten Mix an Altersgruppen, Einkommen und Häufigkeit der Flugreisen widerspiegeln», zitiert der Fernsehsender CNBC aus einer Barclays-Mitteilung an Investoren.

Viele wollen 737 Max eine Zeit lang meiden

Das Ergebnis: «Fast die Hälfte würde für ein Jahr oder mehr nicht mit der Max fliegen», wenn die Boeing 737 Max wieder abheben darf, schreibt Barclays. Und weiter: «Wenn die Wahl bestünde zwischen einer Max und einem anderen Flugzeugtyp bei ansonsten identischen Flügen, würden 52 Prozent den anderen Flugzeugtyp wählen.»

Im Vergleich zu Unglücken in der Vergangenheit sieht das Investmenthaus für Boeing und die Airlines das Risiko, dass es schwieriger werden könnte, das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen. Grund sei die Existenz und Bedeutung von Social Media und «,dass Fluggäste die Fähigkeit haben, vor der Buchung den Flugzeugtyp zu kennen».

Eingeschränkte Aussagekraft der Umfrage

Tatsächlich fanden sich nach dem Absturz in Afrika etwa auf der Facebook-Seite vom künftigen Max-Betreiber Tuifly Kommentare wie: «Ich hoffe, dass Tuifly sich gegen die 737 Max 8 entscheidet. Sonst werde ich die Reise stornieren oder auf Condor-Flüge umbuchen.» So etwas zu lesen, wird andere Passagiere nicht ruhiger in eine Max steigen lassen.

Im Interview mit CNBC schränkte der zuständige Barclays-Analyst die Aussagekraft der aktuellen Ergebnisse allerdings auch ein. Man habe noch keinen Vergleichswert, sagte David Strauss. Genau den wolle man nun schaffen. «Die zentralen Ergebnisse werden wir bekommen, wenn wir die Umfrage nochmal durchführen, wenn das Grounding aufgehoben ist», so der Analyst. Dann werde man sehen, wie sich die Wahrnehmung verändere.

Wie schnell erholt sich die 737-Max-Produktion?

Barclays erklärte derweil auch, man gehe davon aus, dass sich die 737-Max-Produktion langsamer erholen werde als erwartet. Denn Airlines würden zurückhaltender sein als vor dem Grounding. Das Finanzhaus senkte sein Ziel für Boeings Aktie von 417 auf 367 Dollar.

[poll id="74"]

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max: Bis sie wieder abhebt, wird noch einige Zeit vergehen.

Boeing wusste schon länger von fehlender Warnmeldung

Airbus: Der Konzern ist vorsichtig mit Äußerungen über die Konkurrenz.

Airbus sorgt sich wegen Boeing-737-Max-Krise

Die Boeing 727: Der dreistrahlige Jet trägt die Triebwerke am Heck, ...

Als eine Absturzserie Boeing zu schaffen machte

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren – und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier