B747-8 von Lufthansa: Boeing bekam bislang nur 110 Bestellungen.

Boeing bremst bei der B747-8

Die Nachfrage nach der neuen Version des Jumbo-Jets ist zu klein. Nun passt Boeing die Produktionsrate des Langstreckenflugzeuges nach unten an.

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Am Markt gebe es derzeit einfach nicht genug Kunden für große Passagierflieger und Frachter, erklärt Boeing in einer Medienmitteilung. 110 Bestellungen der Boeing B747-8 gingen beim amerikanischen Flugzeugbauer bisher ein – unter anderem auch von Lufthansa. Das ist nicht genug. Daher schraube man die Produktion des Riesenfliegers herunter. Noch werden zwei zwei Jumbo-Jets im Monat gebaut, künftig sollen es nur noch 1,75 sein.

Die Nachfrage nach Frachtern ist generell schwach. Und genau in diesem Bereich machte sich Boeing besonders viele Hoffnungen mit seiner Frachtversion der B747-8. Die Branche steckt in einer tiefen Krise. So stellte die deutsche Frachtgesellschaft ACG Air Cargo Germany am Donnerstag ihren Betrieb ein, wie das Fachportal CH Aviation meldet.

Nicht nur pessimistisch

Viele Passagier-Fluggesellschaften haben momentan nicht das Geld, sich große neue Flugzeuge anzuschaffen. Man beobachte den Markt deshalb weiter sehr genau, teilt Boeing weiter mit.

Doch Boeing ist nicht nur pessimistisch. Man gehe davon aus, dass der laue Frachtmarkt sich ab 2014 wieder erholt und solide aufwärts bewegt, so Boeing. Auch die Nachfrage nach großen Passagierfliegern werde wohl wieder zunehmen. In den nächsten zwanzig Jahren schätzt der Flugzeugbauer, dass weltweit 790 große Flieger, wie die B747-8 oder der Airbus A380 gebraucht werden.

Mehr Flexibilität bei kleineren Fliegern

Und immerhin biete die B747-8 deutliche Verbesserungen bei Effizienz und Kostenstruktur – und sei 30 Prozent leiser als die ältere Version. Ursprünglich sollten größere Jets genau deshalb nachgefragt werden; weil Fluglinien in Zeiten immer schneller wachsender Passagierzahlen mit großen Flugzeugen effizienter arbeiten können. Auch die Flughäfen, die bereits an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiten, könnten mit der B747-8 und dem A380 theoretisch entlastet werden.

Doch Passagiere wollen eben auch Flexibilität und Vielfalt, was ihre Reiseoptionen betrifft. Fluggesellschaften bestellen aus diesem Grund verstärkt kleinere Jets wie den A350, den Dreamliner oder die B777. Für sie ist es eben doch ein Risiko, auf jedem Flug sicher 500 Sitze füllen zu müssen. Eine zweistrahlige B777-200-ER kann fast genauso weit fliegen wie der vierstrahlige Jumbo - ist aber schneller gefüllt und ebenso effizient.

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