E-Votl von Joby Aviation: Der Hersteller ist zu einer Millionenstrafe verurteilt worden.

Vorwurf des Abkupferns117 Millionen Dollar: Joby Aviation verliert Rechtsstreit mit Zulieferer

Zwei Jahre statt zehn. So schnell entwickelte Joby Aviation eigene Messsonden, angeblich mithilfe von Geschäftsgeheimnissen eines Lieferanten. Ein Gericht in Florida verurteilt den Evtol-Entwickler nun zu einer Zahlung von 117 Millionen Dollar.

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Joby Aviation macht derzeit Schlagzeilen, im Guten wie im Schlechten. Der kalifornische Evtol-Entwickler bereitet gerade den Start seiner ersten kommerziellen Flüge in Dubai vor. Zudem testet er sein Fluggerät derzeit intensiv in Texas. Weniger erfreulich ist eine Nachricht aus Florida. Dort hat das Unternehmen einen wichtigen Prozess verloren. Ein Geschworenengericht in Tampa verurteilte es am 2. Oktober zur Zahlung von 116,9 Millionen Dollar oder umgerechnet rund 100 Millionen Euro. Überweisen muss Joby das Geld an den Zulieferer Aerosonic, berichtet die Zeitung Los Angeles Times.

Was ist passiert? Aerosonic baut Messtechnik für Flugzeuge. Dazu gehören Sonden, die den Luftdruck rund um ein Fluggerät erfassen und so etwa Geschwindigkeit und Flughöhe liefern. 2021 vereinbarten beide Firmen, vertrauliche Informationen nicht weiterzugeben. Ein Jahr später lieferte Aerosonic Sonden an Joby. Der Evtol-Entwickler soll aber das Wissen von Aerosonic genutzt haben, um die Sonden einfach selbst zu bauen. Statt rund zehn Jahren habe die Entwicklung so nur etwa zwei gedauert, argumentierte Aerosonic.

Joby bestreitet die Vorwürfe

Die Geschworenen folgten dieser Sicht und werteten Jobys Vorgehen als vorsätzlich und böswillig. Knapp 69 Millionen Dollar (rund 59 Millionen Euro) sprachen sie Aerosonic für den Bruch der Vertraulichkeitsvereinbarung zu, rund 30 Millionen Dollar (26 Millionen Euro) für die widerrechtliche Nutzung von Geschäftsgeheimnissen und gut 18 Millionen Dollar (16 Millionen Euro) als zusätzliche Strafzahlung.

Eine Gegenklage von Joby Aviation, die Aerosonic defekte Sonden vorwarf, wiesen sie ab. Joby bestreitet die Vorwürfe. Das Unternehmen hat das Gericht gebeten, das Urteil aufzuheben, und kündigt allenfalls eine Berufung an.

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