Was ist passiert? Aerosonic baut Messtechnik für Flugzeuge. Dazu gehören Sonden, die den Luftdruck rund um ein Fluggerät erfassen und so etwa Geschwindigkeit und Flughöhe liefern. 2021 vereinbarten beide Firmen, vertrauliche Informationen nicht weiterzugeben. Ein Jahr später lieferte Aerosonic Sonden an Joby. Der Evtol-Entwickler soll aber das Wissen von Aerosonic genutzt haben, um die Sonden einfach selbst zu bauen. Statt rund zehn Jahren habe die Entwicklung so nur etwa zwei gedauert, argumentierte Aerosonic.
Joby bestreitet die Vorwürfe
Die Geschworenen folgten dieser Sicht und werteten Jobys Vorgehen als vorsätzlich und böswillig. Knapp 69 Millionen Dollar (rund 59 Millionen Euro) sprachen sie Aerosonic für den Bruch der Vertraulichkeitsvereinbarung zu, rund 30 Millionen Dollar (26 Millionen Euro) für die widerrechtliche Nutzung von Geschäftsgeheimnissen und gut 18 Millionen Dollar (16 Millionen Euro) als zusätzliche Strafzahlung.
Eine Gegenklage von Joby Aviation, die Aerosonic defekte Sonden vorwarf, wiesen sie ab. Joby bestreitet die Vorwürfe. Das Unternehmen hat das Gericht gebeten, das Urteil aufzuheben, und kündigt allenfalls eine Berufung an.