Mojave-Flugzeugfriedhof in Kalifornien: Lieber recyclen, fordern Experten.

Flugzeuge gehen massenweise in RenteTsunami von pensionierten Jets

Noch nie wurden so viele Flieger in Rente geschickt wie in den nächsten zehn Jahren stillgelegt werden dürften. Das gibt einem Industriezweig Aufwind.

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Es sind bisher ungekannte Zahlen. Tausend Flugzeuge dürften von den Fluggesellschaften innerhalb der nächsten zehn Jahre jährlich in Rente geschickt werden. Das hat Analyst Richard Brown von IFC Leasing errechnet. «Wir stehen vor einem regelrechten Tsunami an Flugzeug-Stilllegungen», erklärte er anlässlich der Konferenz des Verbands der Flugzeug-Recycler Afra.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Boeings Umweltbeauftragte Julie Felgar. 41 Prozent der globalen aktiven Flotte dürfte laut ihren Berechnungen in einem Jahrzehnt bereits in Rente gegangen sein. «Wir stehen vor einer regelrechten Welle», beurteilt sie die Situation.

Keine Altersschwäche, aber Effizienzdruck

Grund für diese Entwicklung, da sind sich die Experten einig, ist nicht, dass die Flugzeuge altersschwach werden. Der Kostendruck durch hohe Kerosinpreise und der Drang nach moderneren und effizienteren Fliegern sowie das sich immer breiter entwickelnde Angebot führen dazu, dass sich Fluglinien schneller von ihren Jets verabschieden. Genau hier soll der Industriezweig der Flugzeug-Recycler seine Chance ergreifen, fordert Felgar die Unternehmen auf. «Das ist eine großartige Gelegenheit, diese Flugzeuge auseinander zu nehmen und zu den höchsten Standards zu recyclen, statt sie einfach in der Wüste zu parken», erklärte sie bei der Konferenz.

Um das auf dem besten Weg zu tun, hat der Verband Afra eine Akkreditierung erarbeitet, der sowohl Umwelt- als auch technische Aspekte einbezieht. Nun gehe es daran, zum Industriestandard zu werden, heißt es vom Verband, der 76 Mitglieder aus 18 Ländern zählt.

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