Schalter am Flughafen Wien: Die Bordkarte wird nur mit negativem test freigeschaltet.

Julian Jäger, Flughafen Wien«Unser Ziel ist ein flächendeckender Einsatz»

Sie sind preisgünstig und schnell. Julian Jäger, Vorstand des Flughafens Wien erklärt, weshalb Antigen-Schnelltests für die Luftfahrt so wichtig sind.

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Flughäfen und Fluggesellschaften erwarten sich sehr viel davon: Die neuen Antigen-Schnelltests für Infektionen mit Covid-19 sollen schnell und kostengünstig Klarheit darüber schaffen, ob eine Person infiziert ist. Gerade in der Luftfahrtbranche sollen sie – gemeinsam mit den üblichen Hygienemaßnahmen wie dem Tragen von Masken – beitragen, das Risiko für eine Ansteckung während der Flugreise zu minimieren. Undso die Lust am Fliegen wiederzurückbringen.

Austrian Airlines hat gemeinsam mit dem Flughafen Wien während zwei Wochen Passagiere freiwillig auf der Route Wien - Berlin getestet. Die Fluglinie hat ausprobiert, wie ein solches Vorgehen am Airport umzusetzen ist. Ab 12. November wird es auf Wien-Hamburg-Wien-Rotationen eine weitere Testphase geben. Auf diesen Flügen müssen sich die Passagiere dann verpflichtend testen lassen: Erst bei Vorliegen eines negativen Ergebnisses wird die Bordkarte freigeschaltet und der Zutritt zum Sicherheitsbereich und Flugsteig ermöglicht.

Der wichtigste Partner bei diesen Testläufen ist für Austrian Airlines der Flughafen Wien, der unter anderem die Abnahmeplätze zur Verfügung stellt. aeroTELEGRAPH hat sich mit Airport-Vorstand Julian Jäger über die Erfahrungen und zu den Erwartungen des Antigen- Tests unterhalten.

Wie wurden die Tests von den Fluggästen angenommen? Wie viele haben ihn durchführen lassen?

Julian Jäger: Die Passagiere haben die Tests gut angenommen. Rund 25 Prozent der auf diesen Flügen gebuchten AUA-Passagiere haben mitgemacht.

Haben die Abläufe so funktioniert, wie Sie sie sich vorgestellt haben?

Unser Ziel ist, den Testablauf für den Passagier schnell, effizient und einfach zu gestalten. Dazu haben wir bereits vor dem Start mit Austrian Airlines mehrere Testläufe mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt und haben dabei gute Erfahrungen gesammelt. Nun ist der gesamte Vorgang sehr kurz – der Passagier legt seine Bordkarte vor, macht den Test und erhält nach 10 bis 15 Minuten sein Ergebnis als SMS-Nachricht auf sein Mobiltelefon. Dieser Ablauf kann gut in die Passagierabfertigung integriert und auch bei größeren Passagierzahlen eingesetzt werden.

Gab es bereits positive – also auffällige – Ergebnisse? Wie wird damit verfahren?

Ist das Ergebnis positiv, kann der Passagier den Flug nicht antreten und es wird die Gesundheitsbehörde involviert, die die weiteren Schritte einleitet. Bis dato gab es hier keine positiven Fälle.

Welchen Test benutzen Sie?

Wir verwenden den Covid-19-Antigen-Test des deutschen Herstellters nal von minden.

Wie geht es nun mit den Tests weiter?

Austrian Airlines wird den Test wie angekündigt nun bei einer Hamburg-Verbindung verpflichtend einführen. Unser Ziel ist ein möglichst flächendeckender Einsatz, also in weiterer Folge auch bei anderen Airlines.

Werden Sie im Falle einer Ausweitung auch Dinge im Ablauf ändern, die Sie aus den ersten Erfahrungen gelernt habt?

Der derzeitige Test-Ablauf lässt sich gut in den Abfertigungsprozess integrieren und ist auch in größeren Dimensionen anwendbar. Je nach Passagierzahl müssten zwar die dahinterstehenden Ressourcen, wie medizinisches Personal und Testkits entsprechend angepasst werden, aber der grundlegende Ablauf – von der Vorlage der Bordkarte bis zur Ergebnisübermittlung – steht fest und funktioniert einwandfrei.

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