Eine Boeing 737-200 der Nolinor Aviation: Die Fluggesellschaft könnte bald nicht mehr für Sépaq im Charterverkehr fliegen.

Anticosti-InselZu teure Flüge: Kanadische Insel denkt über eigenes Flugzeug für Jagd- und Naturtouristen nach

Die kanadische Insel Anticosti im Sankt-Lorenz-Golf zieht jedes Jahr Tausende Jagd- und Naturtouristen an. Doch die Charterflüge dorthin werden zum Problem: Die Nationalparkbehörde denkt darum über ein eigenes Flugzeug nach.

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Anticosti ist die größte Insel im Sankt-Lorenz-Golf. Bei der Volkszählung 2021 lebten gerade einmal 177 Personen in 90 Haushalten auf der Insel. Bekannt ist Anticosti vor allem für seinen gewaltigen Bestand an Weißwedelhirschen: Heute sollen über 160.000 Tiere auf der Insel leben. Den Grundstein dafür legte der französische Schokoladenhersteller Henri Menier, der die Insel 1895 für 125.000 Dollar erwarb und zu einem privaten Wildgehege umgestaltete. Damals setzte er lediglich 220 Weißwedelhirsche aus.

Gerade die Weißwedelhirsche ziehen besonders im Herbst und Winter Jäger aus aller Welt an. Die staatliche Gesellschaft der Provinz Québec für Natur- und Erholungsgebiete Sépaq verkauft Komplettpakete inklusive Flug, Unterkunft und Jagdführung. Im Sommer richtet sich das Angebot an Naturtouristen: Wanderungen, Lachsangeln und Tauchausflüge stehen auf dem Programm, der Flug ist dabei stets inklusive oder zubuchbar.

Eigenes Flugzeug, weil Chartergebühren explodieren

Bisher hat die Sépaq - kurz für Société des établissements de plein air du Québec - für die Charterflüge zur Insel mit Nolinor Aviation zusammengearbeitet, auch weil die Airline bei den Ausschreibungen der einzige Bieter war. Allerdings ist Nolinors Boeing 737-200 eigentlich zu groß und vor allem zu teuer für die Strecke. 2025 zahlte Sépaq 6,7 Millionen Dollar (rund 4,2 Millionen Euro) Chartergebühren und damit 1,6 Millionen Dollar mehr als 2024, berichtet Radio Canada.

Das staatliche Unternehmen prüft daher, ob es für die Strecke nach Anticosti ein eigenes Flugzeug anschaffen soll. «In diesem Zusammenhang haben wir über die Möglichkeit nachgedacht, uns vielleicht ein eigenes Flugzeug anzuschaffen», sagte ein Sprecher gegenüber Radio Canada. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, das Projekt befinde sich weiterhin in der Prüfungsphase.

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