Ul-Qadri: Vertraut der Regierung nicht.

Muhammad Tahir-ul-QadriWirren in Pakistan treffen Emirates

Pakistans Regierung leitete eine B777 von Emirates mit dem Kleriker Muhammad Tahir-ul-Qadri an Bord um. Das gefällt der Fluglinie gar nicht.

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Rund 2000 Anhänger von Muhammad Tahir-ul-Qadri warteten in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad auf den Islamgelehrten und Talibankritiker. Der Kleriker hatte sich von seinem Wohnsitz in Kanada nach Pakistan aufgemacht, um eine friedliche Revolution gegen die Regierung unter Premierminister Nawaz Sharif zu starten. Doch die durchkreuzte seine Pläne. Die Boeing 777-300ER von Emirates mit ul-Qadri an Bord wurde von den Behörden nach Lahore umgeleitet. «Aus Sicherheitsgründen», wie es offiziell heißt.

Bereits vor der geplanten Landung von Flug EK614 war es zwischen Anhängern ul-Qadris und der pakistanischen Polizei in Islamabad zu Kämpfen gekommen, nachdem die Behörden die Unterstützer des Gelehrten nicht zum Flughafen lassen wollte. Auch in Lahore ging es nach der Landung alles andere als ruhig zu. Ul-Qadri weigerte sich, aus dem Flugzeug zu steigen. Der Grund: Er traute den Behörden nicht. Er hatte Angst, dass er festgenommen wird, sobald er den Emirates-Jet verlässt.

Anzeige wegen Entführung?

Wie die pakistanische Nachrichtenseite Khybernews berichtet, überlegt sich die Fluggesellschaft nun, Anzeige wegen Flugzeugentführung zu erstatten. Inzwischen hat der Anführer der «Volksbewegung Pakistans» aber unter verschiedenen Bedingungen zugestimmt, den Flieger zu verlassen. Er wolle von seinen eigenen Wachen zu seinem Wohnsitz eskortiert werden. Der Regierung traue er nicht.

Außerdem verlangte er, dass Schutzwälle, die diesen umgeben, innerhalb von 24 Stunden wieder aufgebaut werden. In der vergangenen Woche hatte die Polizei sie entfernt. Dabei kam es bereits zu Kämpfen zwischen den Polizisten und ul-Qadris Anhängern, es gab Verletzte und Tote.

Kein Vertrauen in Regierung

Die Behörden, so ul-Qadri, sollen ihm sein kugelsicheres Fahrzeug direkt aufs Rollfeld fahren lassen. Die Sicherheit müsse ihm von Außerdem soll seine Fahrt live von den Medien verfolgt werden, damit dabei nichts Unrechtes geschehen kann. Auch in Lahore haben sich mittlerweile Anhänger von ul-Qadri versammelt.

Ob der Kleriker immer noch an Bord ist, ist unklar. Von Emirates heißt es gegenüber aeroTELEGRAPH, alle Passagiere seien in Lahore sicher von Bord gegangen und man habe alles unternommen, um sie an ihr geplantes Ziel zu bringen. Eine Ersatzcrew werde das Flugzeug nun wieder von Lahore nach Dubai fliegen. Ob zu diesen Passagieren auch ul-Qadri gehört, ist nicht klar. Auch zu einer möglichen Anzeige wegen Flugzeugentführung äußert sich die Airline nicht. Man wolle den Vorfall nicht weiter kommentieren, so Emirates.

Kritiker der Taliban

Der Kleriker hatte im Jahr 2010 weltweite Bekanntheit erlangt, als er mit einer Fatwa Selbstmordattentäter und Terroristen als Feinde des Islams und als Ungläubige bezeichnete. Es war das erste Mal, dass ein Theologe so prominent und umfassend den Islam vom Terrorismus distanzierte.

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