KubaWirbel um angeblichen Gepäck-Diebstahl in Havanna

Passagiere beobachten am Flughafen Havanna Zöllner beim Entladen von Gepäck. Es scheint, als würden diese lange Finger machen. Die Fluggäste schlagen Alarm - und fürchten sich nun.

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Es ist Samstag, der 15. Oktober. Am Flughafen José Martí in Havanna steigen die Passagiere von Eastern Air Lines in ihr Flugzeug in Richtung Miami. Sie schauen aus den Fenstern und sehen, wie Mitarbeiter des kubanischen Zolls das Gepäck aus einer anderen Eastern-Boeing-737 ausladen. «Die Leute sagten: ‹Guck mal, wie die klauen, guck mal, wie die Sachen einstecken›», zitiert die in Miami erscheinende, spanischsprachige Tageszeitung El Nuevo Herald später den Passagier George Luis Castiñeira.

Castiñeira geht ebenfalls zum Fenster und filmt mit seinem Smartphone. Auf dem Video (siehe oben) ist zu sehen, wie die Arbeiter die teilweise offenen Gepäckstücke aus dem Flugzeug transportieren. Allerdings verdeckt eine Tragfläche einen Teil der Geschehnisse. «Wir haben gesehen, wie einer einem anderen Dinge zuwarf, der die Sachen dann in einer Art Beutel versteckte», zitiert die Zeitung eine weitere Passagierin, María Figueroa. Einer der Männer lässt laut Figueroa auch Gegenstände in seiner Hose verschwinden.

Arbeiter sehen sich verleumdet

Etliche der Passagiere melden der eigenen Besatzung, was sie gesehen haben. Der Pilot der Maschine informiert daraufhin die Verantwortlichen des Flughafens. Die Zollmitarbeiter versammeln sich schließlich an der Maschine und wollen die Passagiere zu Rede stellen, die ihnen Diebstahl vorwerfen und gefilmt haben. Laut Figueroa fordern die Zöllner zwischenzeitlich sogar, dass alle Passagiere die Maschine verlassen.

Dazu kommt es nicht. Aber George Luis Castiñeira geht die Stufen hinab und filmt dabei, bleibt aber auf der Treppe stehen. «Es kamen mehr Leute. Sie nannten uns unverschämte Lügner, die den Flughafen und seine Arbeiter diffamieren und verleumden würden.» Als die Zöllner sich die Videos zeigen lassen, sagen sie laut Figueroa, die Passagiere hätten sich getäuscht.

Pilot rät dazu, das Flugzeug nicht zu verlassen

Castiñeira hört auch, er solle gefangen genommen werden. Die Passagiere bekommen Angst. Schließlich rät der amerikanische Pilot ihnen, im Flugzeug zu bleiben, da sie sich darin auf US-Territorium befänden, und setzt durch, dass er mit seiner Besatzung und allen Passagieren nach insgesamt rund drei Stunden Richtung Miami starten kann.

Zwar ist der Spuk damit vorbei. Doch Castiñeira, der seit drei Jahren in Miami lebt, sagt: «Ich habe Angst um meine Familie in Kuba.»

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