Ein Entwurf der Arora Group: Ihr Konzept trägt den Namen Heathrow West.

Dritte Piste und neues TerminalUm den Ausbau des Flughafens London-Heathrow ist ein Konkurrenzkampf entbrannt

Seit mehr als 20 Jahren wird über eine Erweiterung des größten Londoner Flughafens mit einer dritten Start- und Landebahn diskutiert. Jetzt wird es konkret. Und zum ersten Mal hat der Betreiber des London-Heathrow Airport Konkurrenz beim Ausbau.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

«Das klare Ziel der Regierung ist es, die Inbetriebnahme einer dritten Start- und Landebahn bis 2035 zu ermöglichen» - das erklärte die britische Regierung am 30. Juni 2025 in Bezug auf den Flughafen London-Heathrow. Sie rief potenzielle Projektträger auf, ihre Konzepte einzureichen, und gab ihnen an diesem Tag einen Leitfaden dafür an die Hand. Einsendeschluss: 31. Juli.

Am letzten möglichen Tag präsentierte der aktuelle Betreiber Heathrow Airport Holdings, bei dem die französische Investmentfirma Ardian mit knapp 33 Prozent, der Staatsfonds von Katar mit 20 Prozent und der Staatsfonds von Saudi-Arabien mit 15 Prozent die größten Aktionäre sind, ihren Plan für den Ausbau des Flughafens inklusive der dritten Start- und Landebahn.

Konkurrenz in Heathrow durch Hotel-Milliardär und Bau-Riese

Doch damit ist die Betreiberin nicht allein - erstmals gibt es Konkurrenz. Ebenfalls am 31. Juli präsentierte das Unternehmen Arora Group des britisch-indischen Milliardärs Surinder Arora ein eigenes Konzept. Er und seine Firma sind im Hotelsektor aktiv, wobei sie sich auf Hotels rund um Flughäfen und die Unterbringung von Crews spezialisiert haben. Für sein Heathrow-Konzept - mit dem Arora schon 2017 erstmals ins Gespräch gebracht hatte - hat der Geschäftsmann nun den Baukonzern Bechtel an Bord geholt, der auch viel Erfahrung an Flughäfen hat, unter anderem vom Bau des Hamad International Airport in Doha.

Die Skizze zeigt oben links, wo die Autobahn unter der 3800 Meter langen Piste verlaufen müsste.

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Konzepten: Heathrow Airport Holdings plant die dritte Piste, die im Nordwesten des jetzigen Flughafengeländes entsteht, mit einer Länge von 3500 Metern. Dazu muss die Autobahn M25, die ringförmig um London herumführt, an dieser Stelle so umgebaut werden, dass sie unter der Piste verläuft.

Dritte Piste in London-Heathrow: 3500 oder 2800 Meter lang?

Im Konzept der Arora-Gruppe wird die neue Start- und Landebahn nur 2800 Meter lang - und vermeidet so ein Zusammentreffen mit der M25. Das führe zu einfacheren und schnelleren Bauarbeiten und ermögliche eine schnellere und günstigere Fertigstellung, schreibt Arora.

Das Konzept sieht die Fertigstellung der dritten Piste bis 2035 vor sowie den Bau eines neuen Terminals, T6, westlich des jetzigen T5 in zwei Phasen: T6A bis 2036, T6B bis 2040. Arora nennt in seiner Mitteilung zwar keinen Preis für all das, laut dem Sender BBC plant das Unternehmen aber mit weniger als 25 Milliarden Pfund, knapp 28,9 Milliarden Euro.

Eines der Konzepte für London-Heathrow viel umfangreicher

Das Konzept von Heathrow Airport Holdings ist umfangreicher. Dazu gehört neben der neuen dritten Piste auch ein neuer Terminalkomplex westlich von T5, genannt T5X, einschließlich eines Satellitenterminals im Norden, T5XN. Hinzu kommen die Neugestaltung des aktuell zentralen Terminalbereichs und die Modernisierung bestehender Terminals, einschließlich der Erweiterung von T2. Dies führt zur Schließung des ältesten Terminals in Heathrow, T3.

Der Entwurf des Heathrow-Betreibers: Links die dritte Piste.

Der Preis für all das laut dem Konzept: 49 Milliarden Pfund (56,6 Milliarden Euro). Davon entfallen 21 Milliarden Pfund auf die neue Start- und Landebahn, 12 Milliarden für das neue Terminal und 15 Milliarden für die Modernisierung und Erweiterung bestehender Terminals.

Wann wird die dritte Start- und Landebahn in Heathrow fertig?

Zum Zeitplan erklärt der Flughafenbetreiber des Flughafens London-Heathrow: «Unser Ziel ist es, bis 2029 die Baugenehmigung zu erhalten und den Erstflug von der neuen Start- und Landebahn innerhalb eines Jahrzehnts zu ermöglichen.» In einer Grafik zum Zeitplan ist für die Fertigstellung von Piste 3 vermerkt: «ab 2035».

Mehr zum Thema

ticker-london-heathrow-lhr

Dritte Piste von London-Heathrow könnte sich um vier Jahre verzögern

ticker atc flugsicherung lotse

Panne bei Flugsicherung: Das Flugchaos in Großbritannien in Zahlen

Der Airbus A380 mit der Kennung A6-EOZ steht in München, nachdem er nicht in London-Heathrow landen konnte.

Zwei Airbus A380 nach Deutschland und mehr: Diese Umleitungen verursachte das Großbritannien-Chaos

Flughafen London-Heathrow: Auch am Mittwoch sind schon diverse Flüge annulliert worden.

Britische Flugsicherung hat Problem behoben, das Chaos im Luftverkehr aber dauert an

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier