Flughafen Genf (Archivbild): Ausnahmesituation am Dienstag.

Clear the Sky nach SoftwareupdateUm 9:21 Uhr hieß es in Genf: «Clear the Sky»

Bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide lief bei einem Software-Update etwas schief. Der Luftraum über Genf musste daher am Dienstagmorgen geschlossen werden. Normalbetrieb herrscht auch am Mittag noch nicht wieder.

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So etwas passiert in der Luftfahrt nicht oft. Um 9:21 Uhr am Dienstagmorgen (26. Januar) wurde in Genf von der Schweizer Flugsicherung Skyguide das Kommando «Clear the Sky» ausgelöst: Flugzeuge, die sich bereits im Luftraum befanden, durften noch landen, neue Starts und Einflüge wurden jedoch gestoppt. Erst einmal ging nichts mehr.

Auslöser war laut einer Mitteilung von Skyguide ein nächtliches Software-Update, bei dem einzelne Systemkomponenten nicht korrekt geladen worden waren. Skyguide entschied sich daraufhin für die Rückkehr zur vorherigen Version und einen kontrollierten Neustart. Dafür musste allerdings der Flugverkehr gestoppt werden.

Ab 11:30 Uhr wieder 80 Prozent Kapazität - für 24 Stunden

Ab 10:30 Uhr konnte der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden, zunächst mit rund 50 Prozent der Kapazität, ab 11:30 Uhr mit etwa 80 Prozent. Dieses reduzierte Niveau soll für 24 Stunden beibehalten werden, ehe Skyguide zur normalen Kapazität zurückkehrt. Der Luftraum Zürich war nicht betroffen und operierte durchgehend normal.

Die Flugsicherung betont, dass die Sicherheit zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei, die Maßnahme sei rein vorsorglich erfolgt. Für Fluggesellschaften und Passagiere bedeutet sie dennoch Verspätungen und Umstellungen. Noch immer sind auf den Anzeigetafeln in Genf zahlreiche Flüge als annulliert oder verspätet gemeldet.

Flüge ab Genf annulliert oder umgeleitet

Zwischen 10:45 und 11:40 Uhr wurden bis auf einen Flug alle vier weiteren geplanten Flüge annulliert, zum Beispiel der Air-Dolomiti-Flug EN8093 nach Frankfurt oder der ITA-Airways-Flug AZ757 nach Rom. Gleichzeitig sind zahlreiche Flüge deutlich verspätet abgeflogen. Austrian-Airlines-Flug OS1523 startete statt wie geplant um 9:35 Uhr erst kurz vor 11:00 Uhr. Auch mehrere ankommende Maschinen wurden umgeleitet – so landete etwa der Flug LX791 aus Brüssel in Zürich statt in Genf.

Der Begriff «Clear the Sky» weckt in der Schweiz allerdings Erinnerungen. Zuletzt kam er im Juni 2022 landesweit zum Einsatz, als ein schwerer Systemausfall die komplette Schließung des Schweizer Luftraums notwendig machte. Damals ging nichts mehr: keine Starts, keine Landungen, keine Überflüge. Die Folgen waren europaweit spürbar.

In Zürich kam das Update zu spät

Eine externe Untersuchung kam später zum Schluss, dass Skyguide korrekt gehandelt hatte, kritisierte aber unter anderem ein zu spätes Software-Update und eine unzureichende Überwachung der Netzwerkdatenflüsse. Der Zwischenfall von Genf ist damit nicht vergleichbar, zeigt aber, wie sensibel das Zusammenspiel moderner Flugsicherungssysteme ist.

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