Zwar blieb die erhoffte weiße Weihnacht in Mitteleuropa aus. Dafür startete das Jahr 2026 mit Eis und Schnee bis ins Flachland. Seit dem 2. Januar hält winterliches Wetter von Schottland bis Polen Europa fest im Griff. Während die betroffenen Flughäfen in Deutschland kaum Auswirkungen melden, herrscht in Amsterdam-Schiphol Chaos.
Mit den ersten Schneefällen am Freitag brach am niederländischen Flughafen ein Chaos aus. KLM strich an ihrem Drehkreuz in den vergangenen Tagen Tausende Flüge. Hunderte weitere starteten mit Verspätungen. Allein am Montag (5. Januar) fielen laut niederländischer Nachrichtenagentur ANP rund 450 Flüge aus.
Stimmung in Amsterdam kippt langsam
Zehntausende Passagiere sitzen seit Tagen in Amsterdam fest. Da die Fluggesellschaften ihre Hotelkontingente ausgeschöpft haben, müssen die Menschen in den Terminals des Flughafens ausharren. Bilder in sozialen Medien zeigen, wie die Stimmung langsam kippt.
Besonders dramatisch war es für die Reisenden von Flug BA 8460 von Amsterdam nach London City. Die Embraer E190 von British Airways sollte am Sonntag um 13:45 Uhr starten und knapp eine Stunde später in der britischen Hauptstadt landen. Doch stattdessen verbrachten die Passagiere ganze acht Stunden in dem knapp 15 Jahre alten Flugzeug - am Boden.
British Airways: Erst keine Enteisung, dann abgelaufene Arbeitszeit
Eine Verkettung unglücklicher Umstände führte zu der Situation, wie ein Sprecher von British Airways dem Online-Portal NL Times erklärte. Zuerst erhielt die Crew des Bodendienstleisters keinen Slot für die Enteisung. Anschließend durfte sie aufgrund überschrittener Arbeitszeit nicht mehr fliegen. Erst gegen 21:00 Uhr durften die Passagiere das Flugzeug mit der Kennung G-LCYN wieder verlassen.
Laut NL Times bot British Airways den betroffenen Passagieren Gutscheine als Entschädigung an und versuchte, Unterkünfte zu organisieren. Gleichzeitig empfahl die Airline, auf die Bahn nach London auszuweichen. Daten des Flugverfolgungsdienstes Airnav Radar zeigen, dass die Embraer E190 mit dem Kennzeichen G-LCYN weiterhin in Amsterdam feststeckt.
Wetterbesserung ist vorerst nicht in Sicht
Die europäische Flugsicherung Eurocontrol hat die Kapazitäten im Anflugverkehr reduziert, um die Nachfrage auszugleichen. Fluggesellschaften wurden aufgefordert, etwa die Hälfte ihrer geplanten Flüge in Amsterdam bis 18:00 Uhr zu streichen. Der Flughafen steht zudem nicht für Ausweichlandungen zur Verfügung. Eine Besserung ist auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht: Ein neues Tiefdruckgebiet über der Nordsee zieht auf die Niederlande und Nordwestdeutschland zu.
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