Erster United-Flug in Nuuk: Die Airline fliegt seit Juni nach New York.

GrönlandRasantes Wachstum: Flughafen Nuuk kämpft mit Personalmangel und falschen Rentier-Berichten

Seit internationale Flüge in der grönländischen Hauptstadt landen, gibt es deutlich mehr Verkehr. Das sorgt am Flughafen Nuuk für Personalengpässe bei den Sicherheitskontrollen. Berichte über Mitarbeitende, die während der Arbeitszeit jagen, weist der Airport aber vehement zurück.

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Ende November 2024 wurde der um- und ausgebaute Flughafen Nuuk eingeweiht. Der Airport der grönländischen Hauptstadt wurde damit zum internationalen Flughafen und hat seitdem Kangerlussuaq als wichtigster Airport der weltgrößten Insel abgelöst.

Damit zieht auch der Flugverkehr auf Grönland an. So zählte die Statistikbehörde Statistics Greenland von Januar bis Juli 2025 auf Linien- und Charterflügen 45.758 Fluggäste. Das waren 12 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nuuk hat. nun den größten Anteil. Dort ging es steil nach oben von rund 2500 auf mehr als 37.000 Reisende, in Kangerlussuaq runter von 32.000 auf nur noch etwas mehr als 3000.

United Airlines fliegt von New York nach Nuuk auf Grönland

In Nuuk gibt es aktuell neben etlichen Inlandsrouten auch sechs internationale Strecken. Es geht mit Air Greenland nach Iqaluit in Kanada, nach Aalborg, Billund und Kopenhagen in Dänemark sowie nach Keflavik auf Island. Ebenfalls zwischen Kopenhagen und Nuuk fliegt SAS und zwischen Keflavik und Nuuk ist auch Icelandair unterwegs.

Seit Mitte Juni fliegt außerdem United Airlines mit Boeing 737 Max zwei Mal pro Woche zwischen New York und der grönländischen Hauptstadt. Doch der Anstieg beim Verkehr stellt den Airport Nuuk auch vor Herausforderungen, etwa beim Personal der Sicherheitskontrollen.

Flughafen Nuuk: Gerüchte über Sicherheitspersonal auf Jagd

So teilte Betreiberin Greenland Airports am 3. August mit: «Wir bedauern zutiefst, dass unsere Sicherheitskontrolle heute nicht pünktlich geöffnet hat. Wir hatten personelle Engpässe, die die Öffnung verzögert haben.» Die Folge: Der Flug von United Airlines nach New York hob erst mit mehr als drei Stunden Verspätung in Nuuk ab.

Ein Reddit-Nutzer schrieb: «Das Sicherheitspersonal ist heute nicht zur Arbeit erschienen, weil sie auf der Jagd sind. Ich meine das ernst. Die Moschusochsen- und Rentierjagd hat erst vor ein paar Tagen begonnen.» Ein anderer Nutzer lieferte eine Erklärung für die Behauptung: «Wenn du dich nicht mit Fisch und Wildfleisch eindeckst, wenn Saison ist, isst du das Jahr über nicht. Ja, wir haben Supermärkte, aber die können nicht das ganze Jahr über beliefert werden, da das Versorgungsschiff die Dörfer im Spätherbst, Winter und Frühling nicht erreichen kann.» Daher würden Jäger auch ihre Arbeitsplätze verlassen.

Greenland Airports weist Jagd-Berichte deutlich zurück

Mehrere englischsprachige Luftfahrtportale nahmen die Nachricht ungeprüft auf. Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH erklärte ein Sprecher von Greenland Airport jedoch, man weise die Behauptung entschieden zurück, dass Mitarbeitende zur Jagd statt zur Arbeit gegangen seien. Es handele sich um eine «reine Erfindung und entbehrt jeder Grundlage».

Der Flughafen Nuuk leide aus zwei Gründen seit einiger Zeit unter Personalmangel bei den Sicherheitskontrollen: aufgrund von langwierigen Prüfverfahren der Behörden für neue Mitarbeitende und aufgrund des erhöhten Verkehrs am Airport der Hauptstadt. «Wir arbeiten fleißig und konzentriert an der Lösung der Herausforderungen und sind optimistisch, dass bald eine Lösung gefunden wird», erklärt der Sprecher des Betreibers.

Zu wenig Personal, lange Schichten für die, die arbeiten

Die Zeitung Sermitsiaq berichtet, dass aufgrund des Personalmangels diejenigen, die arbeiten, deutlich mehr leisten müssen als die übliche Arbeitszeit. Die dänische Verkehrsbehörde, zuständig für Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften, habe dazu schon Greenland Airports kontaktiert. Der Chef des Betreibers, Jens Lauridsen, sagte der Zeitung kürzlich, man halte sich an das Arbeitsschutzgesetz und den Tarifvertrag. «Es ist jedoch richtig, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer aktuellen Personalsituation mehr Schichten als die üblichen 40 Stunden pro Arbeitswoche arbeiten», so Lauridsen. Auch er nannte die langen Sicherheitsüberprüfungen für neues Personal als Grund.

Allerdings ist Lauridsen künftig nicht mehr für das Thema zuständig. Denn er trat Mitte August - und damit kurz nach dem Interview mit Sermitsiaq - zurück. «Wir befinden uns derzeit in einer Übergangsphase zwischen der Eröffnung des Flughafens Nuuk und den Vorbereitungen für die Eröffnung der neuen Flughäfen in Ilulissat und Qaqortoq», schrieb Lauridsen zum Abschied. «Dies bietet die Gelegenheit, die Karten neu zu mischen. In Zukunft wird ein Profil mit stärkerem kommerziellen Fokus auf den Betrieb der Flughäfen benötigt.»

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