Der Flughafen Madeira gehört zu den spektakulärsten und am schwierigsten anzufliegenden Flughäfen der Welt. Er liegt im Südosten der Atlantikinsel etwa 50 Meter über dem Meer. Zur nördlichen Seite erhebt sich ein 500 bis 800 Meter hoher Steilhang, der absteigende Fallwinde und Windscherungen über der Landebahn verursacht. Die Kombination aus Steilküste, Bergen und Meer sorgt für schwierige Windverhältnisse.
Windgeschwindigkeiten haben deutlich zugenommen
Hugo Espírito Santo, Portugals Staatssekretär für Infrastruktur, teilte am 20. Mai mit, dass sich die Windstärke am Flughafen Madeira seit 2015 ungewöhnlich stark verändert hat. In den letzten zehn Jahren habe sie im Schnitt um rund drei Knoten, was etwa 5,5 km/h entspricht, zugenommen. Das sei laut Espírito Santo der Grund, warum zahlreiche Starts und Landungen am Cristiano-Ronaldo-Airport nicht durchgeführt werden konnten, berichtet die Zeitung Diario de Noticias Madeira.
Erkennungssystem für bessere Prognose
Zwar ist MAD Winds weiter nicht im Regelbetrieb im Einsatz, aber Daten liefert das rund 3,5 Millionen teure System dennoch. MAD Winds verwendet X-Band-Radar sowie ein sogenanntes Lidar-System, das neben anderen meteorologischen Daten auch Windgeschwindigkeiten erfasst. Dazu nutzt es Laserstrahlen, die von Schwebeteilchen reflektiert werden. Ebenfalls zu MAD Winds gehört ein neues Verarbeitungssystem, das die Daten schneller und präziser analysiert.
Installiert und betrieben wird das System von der portugiesischen Flugsicherung, die dank des Systems kritische meteorologische Phänomene wie Scherwinde, Turbulenzen und Fallwinde besser vorhersagen können möchte.
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