Landung in Zürich: Der Airport musste prüfen, ob eine Slotverlegung machbar wäre.

Weniger Lärm, weniger FlügeFlughafen Zürich fürchtet um Langstreckenflüge

Der Schweizer Flughafen musste prüfen, welche Folgen eine Vorverlegung der letzten Abflüge hätte. Der Airport Zürich fürchtet eine deutliche Kürzung des Angebots.

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Grundsätzlich hat die Schweizer Luftfahrtbehörde schon Ja gesagt. Im Mai 2018 genehmigte sie große Teile des neuen Betriebsreglements für den Flughafen Zürich. Es sorgt unter anderem mit Schnellabrollwegen und neuen An- und Abflugrouten für mehr Flexibilität und Sicherheit. Zugleich gab das Bundesamt für Zilvilluftfahrt Bazl den Airportmanagern aber damals eine Aufgabe. Sie mussten prüfen, was eine Vorverlegung der letzten Slots (Zeitfenster für Starts und Landungen) am Abend in puncto Fluglärm bringen würde.

Jetzt ist die Überprüfung abgeschlossen. Und die Führung des Flughafens kommt zum Schluss, dass frühere letzte Abflüge am Abend fatale Folgen haben würden. Sie stützt sich dabei auf ein Gutachten, das sie bei der Beratungsfirma Intraplan in Auftrag gab. «Wesentliche Teile des durch die Slotverlegung betroffenen Angebots würde ersatzlos gestrichen», fasst es Stefan Tschudin, Leiter Betrieb des Flughafens Zürich zusammen.

Wie eine Verkürzung der Betriebszeiten

Der Lärm würde spätabends tatsächlich sinken - aber zu sehr hohen Kosten, so Tschudin. «Swiss würde rund 886.000 Passagiere verlieren», sagt er. Der Grund für die düstere Prognose: In der letzten Viertelstunde wäre es der Fluginie nicht mehr möglich, die Anschlüsse von Zubringerflügen zu garantieren. Das würde bedeuten, dass die Auslastung der Flüge nach Hongkong, Johannesburg, São Paulo, Singapur und Tel Aviv deutlich sinken würde. Auch Swiss-Schwester Edelweiss wäre gemäß dem Gutachten massiv betroffen. Sie ist vor allem auf späte Landungen aus Urlaubsdestinationen angewiesen. Rund 15 Prozent des Angebots des Ferienfliegers könnte verloren gehen, so die Studie.

«Eine Vorverlegung der Slots entspräche faktisch einer Verkürzung der Betriebszeiten», so Tschudin. Und da sei Zürich mit einer Nachtsperre von 23 bis 6 Uhr schon jetzt gegenüber anderen europäischen Flughäfen im Nachteil. Amsterdam, London-Heathrow, Paris-Charles-de-Gaulle oder Wien - sie alle dürfen rund um die Uhr Flüge abfertigen. Das Bundesamt für Zilvilluftfahrt muss nun die Antwort des Flughafens analysieren und in den kommenden Wochen eine Entscheidung fällen.

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