Nach einer 100-prozentigen Übernahme der Eigentümerschaft des Flughafens Linz durch das Land Oberösterreich gibt der neue Flughafenchef einen ersten Lagebericht ab. «Die aktuelle Situation ist natürlich schon prekär», sagt der neue Geschäftsführer, Jörg Ebbighausen, zur derzeitigen Situation seines Airports im Gespräch mit dem österreichischen Sender ORF kurz nach Antritt seines neuen Chefpostens am 1. Oktober.
Seit dem Abzug von Austrian Airlines, zunächst 2018 auf der Route nach Wien und dann im Oktober 2025 auch auf der Strecke nach Frankfurt, steht es um den oberösterreichischen Regionalflughafen nicht sonderlich gut. Der Airport, der nur rund 200 Kilometer vom Flughafen Wien und 130 Kilometer von Salzburg entfernt liegt, schreibt seit fünf Jahren Verluste. 2025 zählte er nur noch 262.347 Reisende, rund 40 Prozent weniger als noch 2018.
Ziel in Linz: Von 260.000 auf mindestens 500.000 Fluggäste
Offen antwortet Ebbighausen, der zuvor unter anderem beim Flughafen München tätig war, im ORF-Interview auf die Frage, wie turbulent seine Reise auf einer Skala von 1 bis 10 wird: «Die nächsten ein, zwei Jahre sicherlich eher auf der Acht und der Neun», so der Manager.
Um wieder eine schwarze Null am Flughafen Linz schreiben zu können, müsse man wieder rund 500.000 bis 600.000 Passagiere nach Linz bringen. Von diesen Zahlen sei man derzeit noch weit entfernt, so Ebbighausen. Daher steht nun auch hinter dem bisherigen Ziel, 2031 den Break-even zu erreichen, ein Fragezeichen. «Wir müssen jetzt genau schauen, ob das unter den Rahmenbedingungen tatsächlich haltbar ist», sagt der neue Flughafenchef.
Flughafen Linz braucht frisches Kapital und Billigairlines
Linz steht in den nächsten Jahren vor vielen Herausforderungen bei der Suche nach neuen Fluglinien als auch vor finanziellen Risiken. Die alleinige Übernahme der Eigentümerschaft des Flughafens durch das Land Oberösterreich hat zwar etwas finanzielle Sicherheit gebracht, trotzdem möchte das Land in den nächsten Jahren zu 49 Prozent der Anteile am Flughafen an einen strategischen Investor verkaufen, um frisches Kapital zu generieren. Das wird unter anderem für die geplante Pistensanierung im Jahr 2030/31 benötigt.
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