Mit Beginn des Winterflugplans am 26. Oktober 2025 war die wichtigste Route für den Flughafen Linz Geschichte: die täglichen Flüge zum Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt. Austrian Airlines stellte die Flüge ein. «Nach sorgfältiger und intensiver Überprüfung sehen wir uns gezwungen, die Strecke Linz - Frankfurt im kommenden Winterflugplan zu pausieren», hieß es von der Lufthansa-Tochter. Im Klartext: zu wenig Nachfrage, zu hohe Kosten.
Dabei flog AUA die Strecke seit der Wiederaufnahme 2024 gar nicht mehr mit eigenen Flugzeugen. Sie ließ sie unter Austrian-Flugnummer im Wet-Lease mit einer ATR 72-600 von der schwedischen Braathens Regional Airlines bedienen. Flugzeug und Crew kamen von den Schweden, nur das Catering stellte Austrian Airlines. Die Strecke wurde zudem im Codeshare mit Lufthansa angeboten. Die letzte ATR-72-600 startete im Oktober 2025.
Danish Air Transport fliegt seit Ende März
Doch der Flughafen Linz sorgte schnell für Ersatz. Schon Mitte November erhielt er von der Europäischen Union die Erlaubnis, die Strecke als PSO-Strecke auszuschreiben. PSO steht für Public Service Obligations, zu Deutsch gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen. Damit darf der Staat die Strecke subventionieren. In der Ausschreibung setzte sich DAT Danish Air Transport durch. Der erste Flug startete pünktlich am 29. März um 17:30 Uhr als DX197 von Linz nach Frankfurt – allerdings mit nur 19 Personen an Bord. Die Dänen rechneten mit einer Auslastung von 60 Prozent.
Davon sind auch die aktuellen Passagierzahlen weit entfernt. Im April kam die Strecke auf eine Auslastung von rund 27 Prozent, im Mai lag sie bei rund 30 Prozent, im Juni bei etwa 35 Prozent und im Juli bei knapp 30 Prozent, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht und für Juli zuerst das Portal OE24 berichtete. Grundlage der Berechnung ist die Anzahl der geplanten Flüge der eingesetzten ATR 72 mit 72 Plätzen pro Monat im Verhältnis zu den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Passagierzahlen für die Strecke.
DAT mit deutlichen weniger Passagieren als Austrian
Noch dramatischer zeigt sich der Rückgang beim Vergleich der Monatszahlen: Im Durchschnitt gingen die Passagierzahlen in den ersten vier Monaten um rund 62,6 Prozent zurück. Im Juli 2026 nutzten beispielsweise 2684 Passagiere die Verbindung, im Vorjahresmonat waren es noch 6565 Reisende. Damit liegt das Minus bei rund 59 Prozent. Allerdings wurden im Vorjahr auch deutlich mehr Flüge angeboten.
Dabei gibt es seit Mai auch ein Codeshare-Abkommen mit Lufthansa, damit sind wieder Umsteigeverbindungen unter Lufthansa-Flugnummer buchbar, inklusive durchgechecktem Gepäck. Das Land Oberösterreich will mit allen Mitteln dafür sorgen, dass die Route besser ausgelastet wird. Laut einem Artikel des Rundfunkanbieters ORF soll das Land die Landesbediensteten in einem Schreiben dazu aufgefordert haben, ihre Dienstreisen wenn möglich über Linz zu buchen, «sofern dies nicht unmöglich oder sehr unwirtschaftlich wäre».
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