Vom ehemaligen deutschen Fußballprofi Jürgen «Kobra» Wegmann stammt der legendäre Satz: «Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.» So in etwa muss sich 2026 für das Management des Flughafens Amsterdam Schiphol anfühlen.
Decke über der Handgepäckkontrolle stürzt ein
Die jüngste Episode geschah am vergangenen Freitag (26. Juni), einem der bisher heißesten Tage des Jahres. In Abflughalle 3 stürzte eine Decke über der Handgepäckkontrolle ein. Der betroffene Bereich wurde aus Sicherheitsgründen umgehend gesperrt. Reisende wurden kurzfristig zu anderen Abflughallen umgeleitet, um ihr Gepäck dort kontrollieren zu lassen. Das Resultat waren lange Warteschlangen.
Eine Studentin, die auf dem Weg zu ihrem Freund in Trondheim war, berichtete aeroTELEGRAPH, als sie die Sicherheitskontrolle schließlich erreicht habe, seien dort nur vier Scanner in Betrieb gewesen. Ihr sei gesagt worden, dass dort mehr Passagiere abgefertigt werden müssten, da Abflughalle 3 wegen herabfallender Deckenplatten geschlossen sei. Allerdings frage sie sich, warum man nicht das Personal verlege.
Großer Frust vom Flughafen Amsterdam
Schiphol bezeichnete den Tag selbst als «intensiv». Maßnahmen wegen der Hitze, die dem Wohl von Reisenden und Personal dienen sollten, hätten die Verlegung der Gepäckkontrolle aus Halle 3 zusätzlich erschwert, hieß es laut dem Portal Up in the Sky vom Flughafen.
In den sozialen Medien berichteten Betroffene von Wartezeiten von bis zu fünf Stunden, einige sprachen sogar von Handgreiflichkeiten in den Schlangen. Zwei chinesische Touristen schilderten aeroTELEGRAPH, sie hätten versucht, an der Schlange vorbeizukommen, mit der Begründung, ihr Flug gehe in acht Minuten. Der Mann vor ihnen habe entgegnet, sein Flug gehe in zehn Minuten, und sie würden es alle nicht schaffen. Tatsächlich verpassten viele Reisende ihre Flüge, viele beklagten zudem das Fehlen jeglicher Information vor Ort.
Erinnerungen an den Sommer 2022 werden wach
Besonders frustriert zeigte sich ein niederländischer Geschäftsmann auf dem Weg nach Rom. «Es ist extrem frustrierend, dass das Ganze wieder von vorne losgeht», sagte er gegenüber aeroTELEGRAPH. «Ich hatte eigentlich einen festen Zeitslot für die Sicherheitskontrolle gebucht, aber der wurde für alle gestrichen», so der Geschäftsmann. «Ich erinnere mich noch gut an die schrecklichen Bilder von vor ein paar Jahren, als die Leute Schlange standen, sogar draußen auf der Straße in der prallen Sonne.»
Im Sommer 2022 war es in Amsterdam-Schiphol zu einem wochenlangen Chaos an den Sicherheitskontrollen gekommen. Damals fehlte Personal nach der Corona-Pandemie, und die Warteschlangen waren so lang, dass sie bis weit vor die Terminals und teilweise auf die Straße hinausreichten. Reisende standen stundenlang in der Sonne, viele verpassten ihre Flüge. Der damalige Chef des Flughafens musste als Konsequenz seinen Hut nehmen.
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