Deutschlands größer Flughafen in Frankfurt: Künftig in der Pflicht, Unterkünfte bereitzustellen?

Frage nach UnterkünftenDeutsche Flughäfen reagieren auf Faesers Pläne für Asyl-Schnellverfahren an Airports

Das deutsche Innenministerin um Ministerin Nancy Faeser will Asyl-Schnellverfahren an deutschen Flughäfen. Die Airports sollen dafür Unterkünfte zur Verfügung stellen. Nun reagiert der Flughafenverband.

Top-Jobs

Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs

Deutschland will Teile der EU-Asylreform früher umsetzen als erforderlich - das berichtete vergangene Woche das Magazin Spiegel. Innenministerin Nancy Faeser habe die EU-Kommission um grünes Licht dafür gebeten. Eine wichtige Rolle spielen dabei Flughäfen.

Denn ein wichtiger Teil der Reform sind sogenannte Grenzverfahren, die direkt an der EU-Außengrenze stattfinden. Und diese Außengrenze bilden in Deutschland die Flughäfen und Häfen. Die Grenzverfahren sind vor allem auch gedacht für Menschen aus Ländern mit niedriger Schutzquote. Diese Quote gibt an, wie viel Prozent der Menschen aus einem Land, die in der EU einen Schutzstatus beantragen, erfolgreich waren. Liegt die Quote unter 20 Prozent, müssen die Asylsuchenden ins Grenzverfahren, eine Art Asyl-Schnellverfahren.

Neue gesetzliche Pflicht für Flughafenbetreiber?

Länder, deren Bürgerinnen und Bürger eine EU-Schutzquote von weniger als 20 Prozent haben, sind laut Spiegel unter anderem die Türkei, Pakistan, Libanon und zahlreiche afrikanische Länder. Wenn Menschen aus diesen Staaten nach Deutschland fliegen, um dort Asyl zu beantragen, sollen sie künftig während des Schnellverfahrens am Flughafen bleiben. «Die Bundesregierung will Asylentscheidungen an deutschen Flughäfen und Häfen innerhalb von acht Wochen», schrieb das Magazin unter Berufung auf Gesetzentwürfe des Innenministeriums, die innerhalb der Regierung abgestimmt werden sollen.

Die Betreiber von Flughäfen und Häfen sollen demnach gesetzlich verpflichtet werden, Unterkünfte im Transitbereich oder anderswo auf dem Gelände bereitzustellen. Die Kosten für Unterbringung und Versorgung sollen die Bundesländer übernehmen, der Bund die Verantwortung für die Verfahren tragen. Aber was sagen die Flughäfen zu all dem?

«Weitere Flächen nicht in beliebigem Umfang»

aeroTELEGRAPH fragte nach beim Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen). Eine Sprecherin betonte, dass die deutschen Flughäfen schon heute die Sicherheitsbehörden bei deren Aufgaben in der Luftsicherheit und zur Grenzsicherung unterstützen. «Dazu werden bereits heute Gebäude und Flächen bereitgestellt». Die Flughäfen würden auch in der Zukunft zu dieser Sicherheitspartnerschaft stehen.

«Weitere Flächen zur Unterbringung von Asylbewerbern stehen jedoch nicht in beliebigem Umfang und mit der benötigten Ausstattung an den Flughäfen zur Verfügung», so die Sprecherin. Es bedürfe einer vorausschauenden und gut abgestimmten Planung von Behörden und Flughäfen, um den künftigen Bedarf bei der Infrastruktur zu planen. Grundlage müssten Schätzungen zur erwartenden Zahl von Personen pro Standort sein.

Absage an Gewahrsamsräume in Transitbereichen

«Neue behördliche Anforderungen an die Infrastruktur dürfen in keinem Fall die Stabilität und Zuverlässigkeit des Flughafenbetriebs beeinträchtigen», stellt die ADV-Sprecherin klar. «Aufgrund fehlender Flächen sind Gewahrsamsräume innerhalb der Transitbereiche der Flughäfen nicht realisierbar.» Die Flughäfen könnten außerdem keine finanzielle Verantwortung zur Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten übernehmen, so die Sprecherin - «auch keine Vorfinanzierung von zu errichtenden Infrastrukturen».

Mehr zum Thema

Ruanda-Plan: Ryanair würde gerne Abschiebeflüge durchführen

Ruanda-Plan: Ryanair würde gerne Abschiebeflüge durchführen

Flughafen Managua: Für viele nur ein Zwischenstopp Richtung USA.

USA gehen gegen Manager von europäischer Charterairline vor

Flugroute der 777 von Ghadames Air: Zuletzt flog die Maschine am 4. Juni von Libyen nach Nicaragua.

Das Drehkreuz der illegalen Migration

Vorfeld Flughafen Leipzig/Halle: Der Flughafen belegt beim Flughafencheck Platz 1.

Flughafencheck hat neuen Spitzenreiter und neues Schlusslicht

Video

Die Boeing 757 von Icelandair: Heikler Tiefflug.
Nach 40 Jahren geht er in Rente. Auf seinem letzten Flug von Frankfurt nach Keflavik wollte der Kapitän einer Boeing 757 etwas Besonderes machen und flog in sehr niedriger Höhe über seine Heimat hinweg. Icelandair ist verärgert und hat die Behörden eingeschaltet.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
etihad airways manchester city
Die Golfairline sponsort den englischen Fußballpokalwettbewerb FA Cup. Emirates ist dadurch auch auf den Trikots präsent. Doch es gibt eine Ausnahme.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Flughafen München steht kurz vor der Eröffnung von Pier 1: Ein Video zeigt den gesamten Bauverlauf.
In München entsteht seit 2019 ein neuer, 95.000 Quadratmeter großer Pier am Terminal 1. Ende April geht der Bau ans Netz. Ein Zeitraffervideo zeigt sieben Jahre Bauarbeiten in 76 Sekunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies