Ab dem 26. Juni wollte der Schweizer Ferienflieger zwei Mal wöchentlich zwischen Zürich und der Hafenstadt in Südalbanien fliegen. Doch dazu kommt es nicht. Denn der Flughafen Vlora kann noch nicht eröffnet werden. Er habe die erforderlichen Zulassungen nicht rechtzeitig erhalten, erklärt ein Sprecher von Chair Airlines dem Portal Travelnews. «Eine Eröffnung für den Sommer ist daher nicht mehr zu erwarten.»
Streit zwischen zwei Investoren am Flughafen Vlora
Das liegt an einem heftigen Streit, der seit Monaten um den Flughafen Vlora tobt. Die Schweizer Firma Mabco Constructions des exil-albanischen Unternehmers Behgjet Pacolli erklärt gemäß dem Portal Lapsi, sie halte 98 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft und sei Hauptinvestor sowie Finanzierer des Projekts. Dennoch sei ihren Mitarbeitenden und Subunternehmern seit dem 18. Mai der Zugang zur Baustelle verweigert worden.
Nach Darstellung von Mabco versuche die 2A Group, die lediglich zwei Prozent der Anteile halte, die Kontrolle über das Projekt zu übernehmen. Das Schweizer Unternehmen wirft den Behörden zudem vor, durch Handlungen und Unterlassungen das faktisch zu unterstützen.
Streit zwischen zwei Investoren am Flughafen Vlora
Zusätzlich äußert Mabco Sicherheitsbedenken und kritisiert, dass wichtige Ausrüstung für die Zulassung des Flughafens Vlora seit mehr als sieben Monaten beim Zoll blockiert sei. Vor der Inbetriebnahme fordert sie deshalb eine unabhängige internationale Prüfung der Start- und Landebahn sowie der Sicherheitssysteme. In mehreren Gerichtsverfahren setzte sie sich allerdings mit ihren Ansichten bislang nicht durch.
Das hat sich aber dieser Tage geändert. Vor wenigen Tagen entschied Albaniens Oberster Gerichtshof für Mabco und hob frühere Urteile auf, welche die Stimmrechte und weitere Rechte der Schweizer bei der Betreibergesellschaft des Flughafens Vlora International Airport suspendiert hatte. Damit geht der Streit weiter.
Sicherheitsrisiko durch Vögel
Seit dem Baustart im Jahr 2021 steht das Projekt deshalb massiv in der Kritik. Neben Umweltorganisationen äußerten auch die Europäische Kommission, das Europäische Parlament sowie internationale Organisationen wie die Berner Konvention und das Abkommen zum Schutz wandernder Tierarten wiederholt Bedenken. Kritisiert werden vor allem mögliche Schäden für das empfindliche Ökosystem der Lagune und die Gefährdung geschützter Vogelarten.
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