Eine Aussicht wie diese ist in einer Airport-Lounge nicht selbstverständlich. Unter anderem genau deswegen entschied man sich bei Swissport, eine neue Lounge der höchsten Kategorie zu eröffnen.

Flughafen ZürichFirst-Class-Gefühl ohne First-Class-Ticket: Wie Swissport mit einer neuen Lounge punkten will

À la carte statt Gedränge, Alpenblick statt Lärm: Mit der Aspire Suite Lounge wagt Swissport am Flughafen Zürich ein neues -Konzept zwischen Business und First. Noch ist es ein Experiment – und eines mit attraktiver Preisansage.

Top-Jobs

Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs

Die Aussicht kommt zuerst. Mitten im Dock E, Blick aufs Vorfeld - und bei gutem Wetter bis zu den Alpen. Genau diese Lage hat am Flughafen Zürich den Ausschlag gegeben für ein Konzept, das es weltweit bislang erst zwei Mal gibt: die Aspire Suite. Sie war lange die First Lounge von Swissport. Erst später erhielt sie ihren neuen Namen Aspire Suite und damit auch eine neue strategische Einordnung.

Innerhalb von Swissports Aspire-Portfolio entspricht sie derzeit der höchsten Lounge-Kategorie. Weltweit existiert dieses Konzept bislang erst zwei Mal: in Newcastle und in Zürich. Dass der Schweizer Flughafen den Zuschlag erhielt, ist kein Zufall. «Bei der ursprünglichen Konzeption war die Suite noch gar nicht angedacht, das Produkt war noch nicht definiert», sagt Jürg Siegenthaler, Regional Head of Aspire Executive Lounges.

Aspire Suite Lounge: Produkt im Hochfahrmodus

Ausschlaggebend sei letztlich die Lage im Dock E gewesen. Die Aussicht auf das Vorfeld und die Alpen habe die Entscheidung begünstigt. «Die Aussicht hier ist so stark, dass wir gesagt haben: Da machen wir eine Suite by Aspire.» Ende Oktober öffnete die Lounge ihre Türen.

Nicht selbstverständlich fuer eine Airport-Lounge: diese Aussicht. Sie war einer der Gründe, weshalb Swissport hier eine neue Lounge der höchsten Kategorie realisierte.

Während des Besuchs ist es ruhig. Zwei Passagiere sitzen entspannt in den Sesseln, die Mittagswelle ist bereits vorbei. An einem Drehkreuz-Flughafen wie Zürich sei das ein normaler Moment, erklärt Siegenthaler. Insgesamt verzeichne die Lounge derzeit im Schnitt 20 bis 25 Gäste pro Tag, «Tendenz steigend».

Zwei Meter, zwei Welten

Der Manager spricht offen von einer Findungsphase. «Es ist immer noch ein Start-up. Wir sind noch am Hochfahren.» Das liege auch daran, dass das Produkt in dieser Form kaum bekannt sei. «Das gibt es sonst nicht. Die Leute kennen es nicht – weder hier noch von anderen Flughäfen.» Der Bedarf sei jedoch analysiert worden, betont er. «Aber man muss die Passagiere dementsprechend informieren.»

Der Zugang ist identisch, die Wahl liegt beim Gast: Business Lounge oder neue Suite Lounge. Wer laut Bordkarte genügend Zeit hat, wird gezielt auf das neue Angebot angesprochen.

Die Aspire Suite Lounge liegt direkt neben der regulären Aspire Business Lounge. Der Eingangsbereich ist derselbe. Für Vielfliegende mit Priority Pass oder Kreditkarten-Vorteilen ist der Zugang zur normalen Aspire Lounge kostenlos – ein gewohntes Modell an Flughäfen weltweit. Warum also für die Suite bezahlen, wenn die Alternative nur zwei Meter entfernt liegt?

Essen als Differenzierungsmerkmal

Bei Siegenthaler kommen die Alleinstellungsmerkmale wie aus der Pistole geschossen: «Die Lounge ist deutlich ruhiger, man kann sich zurückziehen, es hat genügend Platz, es riecht gut, es wird ein À-la-carte-Menü serviert, man erhält einen dezidierter Service – also eine Wohlfühloase schlechthin vor dem Flug.»

Das À-la-carte-Konzept ist konsequent durchgezogen: kein Buffet, sondern eine Karte mit Angeboten für Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie eine reduzierte Nachmittagsauswahl. Neben internationalen Klassikern finden sich auch lokale Gerichte wie Zürcher Geschnetzeltes. «Wir passen die Karte alle drei Monate an», erklärt Siegenthaler. Auch beim Wein setzt man auf Regionalität. In Zusammenarbeit mit einem lokalen Weinhändler wechselt das Sortiment im gleichen Rhythmus, mit Fokus auf Schweizer Regionen wie dem Wallis oder Tessin.

Zugang zur Aspire Suite Lounge gibts für 80 Franken

Gekocht wird direkt vor Ort, alles frisch zubereitet. Pro Schicht arbeiten zwei Serviceangestellte und bis zu zwei Köche – ein personeller Aufwand, der deutlich über dem einer klassischen Business Lounge der gleichen Größe liegt.

Am Eingang der Business Lounge wirbt eine gut platzierte Tafel für das Upgrade in die Suite by Aspire.

Mit einem Aufpreis von rund 30 Franken (rund 32 Euro) für Mitglieder oder etwa 80 Franken (rund 86 Euro) für Walk-in-Gäste positioniert sich die Aspire Suite Lounge deutlich unter klassischen Airline-First-Lounges, die oft nur mit Tickets im vierstelligen Bereich zugänglich sind. In einem Umfeld wie Zürich, geprägt von starken Airline-Lounges der Swiss- und Lufthansa-Gruppe, ist das ein bewusster Spagat zwischen Exklusivität und Zugänglichkeit.

Duschen gibt es nicht, dafür viel Ruhe

Nicht alles, was man von einer Premiumlounge erwarten könnte, ist Teil des Konzepts. Duschen gibt es keine. «Das war in der Konzeption nicht vorgesehen, und Platz hatten wir auch nicht», sagt Siegenthaler. Nachfragen danach seien selten. In künftigen Terminalprojekten könne das Thema jedoch wieder relevant werden – abhängig von den verfügbaren Flächen.

Die zentrale Frage ist weniger, ob das Produkt überzeugt, sondern ob es sein Publikum findet. «Eigentlich sprechen wir alle an», sagt Siegenthaler. Der Ruhefaktor ist dabei zentral. Rückmeldungen aus klassischen Lounges seien oft ähnlich: zu laut, zu voll, Buffet leer. Die Suite Lounge versteht sich als Gegenentwurf – aber Adults only, mit Fokus auf Rückzug und persönliche Betreuung.

Bis Februar gibt man dem Konzept Zeit

Dass die Lounge aktuell noch nicht stärker frequentiert ist, liege weniger am Produkt als an den Buchungsgewohnheiten. «In der Schweiz bucht man keine Lounge im Voraus. In England schon», so Siegenthaler. Entsprechend setzt Aspire stark auf direkte Ansprache vor Ort. Gäste werden am Empfang aktiv auf das Angebot hingewiesen – allerdings nur, wenn genügend Zeit bis zum Abflug bleibt. Der Großteil der bisherigen Gäste entscheidet sich erst dort für das Upgrade.

Und damit steht die Aspire Suite in Zürich in den kommenden Wochen vor ihrem wichtigsten Test: nicht der Blick aufs Vorfeld, nicht das À-la-carte-Menü – sondern die Frage, ob aus Neugier Gewohnheit wird. Bis Ende Februar wolle man dem Konzept Zeit geben. Erst dann soll entschieden werden, ob das Konzept langfristig trägt. Rentabel wäre die Lounge laut Verantwortlichen ab etwa 60 bis 70 Gästen pro Tag.

Schön, dass Sie hier sind! Unsere Redaktion kennt die Branche, ihre Akteure und Zahlen – seit vielen Jahren. Wenn Sie uns unterstützen wollen, zahlen Sie weniger als für ein Getränk am Flughafen. Zudem lesen Sie werbefrei und stärken die unabhängige Berichterstattung. Jeder Beitrag zählt. Jetzt hier klicken und abonnieren

Video

An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbusa350edelweissbusinesssuite003
Alles neu bei Edelweiss: Die Schweizer Ferienfluglinie stellt ihre komplett neu entwickelte Airbus-A350-Kabine vor. Premium Economy, Business Suite und ein aufgewertetes Design sollen das Langstreckenerlebnis neu definieren – ohne die Ferien-DNA zu verlieren. Genau darin liegt die Chance. Und das Risiko.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack