Weiße Decke und Silberbesteck? In Zukunft braucht es mehr, um Tickets für höhere Preise zu verkaufen.

Die Klassen der Zukunft

Premium Economy ist nicht genug. Künftig müssen Airlines viel mehr bieten als nur vier Klassen, glauben Experten.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Immerhin. Mit der Premium Economy haben Lufthansa, Air France und Co. nach Jahren ohne Innovationen in diesem Bereich eine neue Klasse eingeführt. Sie soll eine neue Passagiergruppe bedienen, die komfortliebend aber trotzdem sparsam ist. Und genau solche Innovationen werden für die Fluggesellschaften in Zukunft wichtiger, wenn sie sichere Gewinne einfahren wollen. Das prognostiziert Devin Liddell, Marketingspezialist des Beratungsunternehmens Teague.

Premium Economy ist dabei noch lange nicht genug. Laut Liddell erwarten die Passagiere im Flugzeug der Zukunft viel mehr. «Wir müssen die Klassen komplett überdenken», erklärte er anlässlich der Passenger Experience Conference in Hamburg. «Und zwar auch unabhängig von Sitzbreite und Beinfreiheit».

«Es gibt eine Have-not-Klasse»

Das Problem, so Liddell, sei eigentlich simpel. Momentan sei die Economy so etwas wie eine Have-not-Klasse. Der Name sei im Grunde mehr als unglücklich gewählt. Stattdessen könne man mehrere Have-Klassen entwerfen. Ein Beispiel sei die Innovation Class der amerikanischen Fluggesellschaft Delta. Hier zahlt man etwas mehr, dafür wird der Flug zum Networking-Anlass. Passende Menschen werden nebeneinander gesetzt, zusammengebracht durch ihre Linkedin-Profile. Einen ähnlichen Ansatz wählte KLM mit ihrem Social-Seating-Angebot, bei dem man sich via Facebook mit potenziellen Sitznachbarn vernetzen kann. Die Amerikaner gingen nun einen Schritt weiter.

«Wichtig wird auch die Erreichbarkeit», so Loddell weiter. «Warum also nicht eine Internet-Klasse einführen, in der der Gebrauch aller Geräte erlaubt ist und es W-Lan für alle gibt?» Weiter schlägt er eine Kino-Klasse für Filmliebhaber vor - mit allen aktuellen Kassenschlagern. Sogar eine Platz-im-Gepäckfach-Klasse oder eine Alkohol-Klasse seien vorstellbar.

Airlines tüfteln

Airlines zeigen sich an Liddells Vorschlag interessiert. «Wir tüfteln schon lange daran, wie man so ein Konzept umsetzen kann» erklärt ein Manager einer großen europäischen Airline gegenüber aeroTELEGRAPH. Herausforderungen seien die Lösung was die Platzverteilung angeht und wie man etwa lautere Klassen von ruhigeren trennen könne.

Cathay Produktmanager Toby Smith sieht gerade was Internet-Angebote betrifft noch Probleme - allerdings nicht seitens der Branche. «Problematisch ist immer, dass die Behörden dem ganzen noch zustimmen müssen. Gerade bei Bordelektronik kann sich das Hinziehen.» Cathay sitzt in Hong Kong. Anders als EU- oder US-Behörden ist dort die Nutzung von Mobiltelefonen an Bord noch nicht immer erlaubt.

Mehr zum Thema

Der Premium-Business SItz von Eurowings: Wird noch breiter eingesetzt.

Eurowings: Der Businesssitz ist tot - lang lebe der Businesssitz!

Der Vantage-Nova-Sitz von Thompson Aero Seating: Wird auch bei Thai Airways eingesetzt werden.

Neue Business Class von Thai Airways kommt ab 2027

Die Servietten-Klammer in der Business Class von Austrian Airlines (Montage): Kleine Klammer, viele Fans.

Das Ende einer kleinen Tradition: Austrian Airlines verbannt die Holzklammer

Business Class mit 2-2-Bestuhlung bei Eurowings: Gibt es künftig in acht Flugzeugen.

Eurowings ist zufrieden mit Test und führt richtige Business Class auf weiteren sechs Jets ein

Video

Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier