Simon Cookney hatte die Nase voll von den hohen Mieten in London. Er rechnete sich aus, dass es für ihn günstiger wäre, in Barcelona zu wohnen, und mit dem Billigflieger nach London zu pendeln.

Wegen hoher Mieten1500 Kilometer pendeln – mit dem Flugzeug

Weil ihm die Mieten in London zu teuer waren, zog Sam Cookney nach Barcelona. Von dort pendelt er nun zu seinem Job in England. Dank Billigairlines kommt das günstiger. Er ist kein Einzelfall.

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Wer in London von A nach B will, der muss einen langen Atem haben. Die Stadt ist riesig, voll und Strassen, wie U-Bahnen sind verstopft. Oft braucht man weit mehr als eine Stunde, um nur einige Kilometer zu überbrücken. Wer in der britischen Metropole wohnen will, braucht neben Zeit aber auch ein dickes Portemonnaie. Nur in Monaco sind weltweit die Mieten höher als in London.

Der Brite Sam Cookney hatte davon die Nase voll. Im Oktober 2013 machte er auf seinem Blog die Milchmädchen-Rechnung: Was, wenn er von London nach Barcelona ziehen würde, viel weniger Lebenshaltungskosten hätte und seinen Arbeitsweg, der eh über eine Stunde dauerte, mit dem Flugzeug zurücklegen würde? Die Leser des Social-Media-Managers waren begeistert. Und sie wollten mehr wissen.

Gesagt – getan

Also rechnete der 33-Jährige weiter:

  • Einzimmerwohnung London  2122 Euro
  • Council-Tax (pauschale Wohnsteuer in England): 105 Euro
  • Bahnfahrkarte: 165 Euro
  • Monatliche Gesamtausgaben in London: 2392 Euro

Ohne Essen, Kleider, Versicherungen und sonstige Unterhaltskosten, ist das schon ein gewaltiger Brocken für einen jungen Mann. Mal sehen, was ihn das Leben in Barcelona kosten würde:

  • Zentrale 3-Zimmer-Wohnung Barcelona: 680 Euro
  • Billigflug mit Ryanair nach London (34 Euro/Tag viermal wöchentlich): 544 Euro
  • Öffentlicher Verkehr Barcelona und London: 368 Euro
  • Monatliche Gesamtausgaben Barcelona: 1592 Euro

Da bleibt eine Menge am Ende des Tages übrig, und zeitlich, so Cookney weiter, würde die Pendelei aufgehen. Dank der frühen und späten Billigflüge, würde er pünktlich um 9.30 Uhr am Schreibtisch sitzen und hätte unterwegs schon gefrühstückt. Das damals eine verrückte Idee war, setzte Cookney zwei Jahre später in die Tat um.

Das Flugzeug ist seine U-Bahn

Vor drei Monaten packte der Brite seine Koffer und zog wirklich nach Barcelona. Er wohnt in einer Zweizimmer-Wohnung mitten in Barcelonas historischer Altstadt. «Meine Lebensqualität ist viel besser. Ich habe eine tolle Wohnung, den Strand vor der Tür und kann zur Arbeit laufen», erzählt er CNN. Mittlerweile arbeitet der Social-Media-Manager nur etwa fünf Mal im Monat in London. Den Rest der Zeit arbeitet er von Zuhause aus. Sein Fazit «Bis jetzt gibt es keinerlei Nachteile. Ich habe meinen Entscheid nicht bereut.» Nur die Ticketkosten hat er etwas zu tief berechnet.

Cookney ist kein Einzelfall. Schon vor zehn Jahren berichteten britische Medien vom Phänomen, dass vor allem freiberufliche Briten in Mallorca und Co. wohnen und nach London pendeln. Der Trend wird sich noch verstärken, glauben Experten des britischen Reiseanbieters Thomson. Es werde zunehmend einen Pendlergürtel ums Mittelmeer geben. Denn Hauspreise in Dubrovnik, Marrakesch oder Palma seien deutlich tiefer. Und die Verbindungen in die Heimat dank Billigairlines günstig.

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