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Germanwings Flug 4U9525

Eine Minute Normalität

Noch bleibt der Blick auf die wenigen Daten, die vorliegen. Die zeigen, dass Germanwings-Unglücksflug 4U9525 genau eine Minute auf Reiseflughöhe war.

La Dauphine/Twitter

Absturzstelle: Sehr viele, sehr kleine Trümmerteile.

Mit einer halben Stunde Verspätung war der Airbus A320 am Dienstagvormittag (24. März) um 10.01 Uhr vom Flughafen Barcelona El Prat gestartet. Ziel von Flug 4U9525 war Düsseldorf. Eine knappe Dreiviertelstunde dauerte der Steigflug. Dann befand sich die Germanwings-Maschine auf der Reiseflughöhe von 38.000 Fuß.

Da aber blieb der Airbus A320 nur eine Minute, wie Geschäftsführer Thomas Winkelmann am Dienstagnachmittag auf einer ersten Pressekonferenz mitteilte. Ab 10.46 Uhr ging die Maschine schon wieder in den Sinkflug. 8 Minuten später verschwand das Signal vom Radar – und die französische Flugsicherung löste den Notfall für Flug 4U9525 aus. Bei dem Unglück kamen alle 144 Passagiere sowie die sechs Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugs ums Leben. Der Pilot war seit Angaben von Germanwings seit zehn Jahren für das Unternehmen tätig und hatte 6000 Stunden Flugerfahrung auf dem Typ A320.

Seit Anfang 2014 flog das Flugzeug für Germanwings

Was zu dem verhängnisvollen Sinkflug führte, darüber wollte die Fluggesellschaft wenige Stunden nach dem Absturz nicht spekulieren: «Unsere Gedanken sind heute ausschließlich bei den Angehörigen unserer Gäste und der Besatzung», sagte Winkelmann. Was Germanwings mitteilen konnte: Erst am gestrigen Montag wurde die Maschine mit der Kennung D-AIPX in Düsseldorf von Lufthansa Technik durchgecheckt. Der letzte C-Check des Flugzeugs hatte im Sommer 2013 stattgefunden.

Das Flugzeug gehörte mit einem Alter von über 24 Jahren zu den älteren Maschinen im Lufthansa-Konzern. Seit Anfang 2014 flog das Flugzeug für Germanwings. Einen Zusammenhang mit dem Alter wollten Winkelmann und Scheib jedoch ausschließen: Das enge Wartungsraster gewährleiste die Sicherheit, sagten die Germanwings-Vertreter. Aus diesem Grund sollen auch die anderen etwa 60 Flugzeuge vom Typ A320 nicht vorläufig gegroundet werden, so Winkelmann weiter. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Ursachen für das Unglück auf den Grund zu kommen. Und wenn wir das ausführlich untersucht haben, werden wir auch die geeigneten Maßnahme ziehen.»

Computer wurden von Airbus bereits alle ausgetauscht

Ausschließen wollte Germanwings bereits jeden Zusammenhang mit kürzlich bekannt gewordenen Computerproblemen, die bei einem A321 der Lufthansa Ende des vergangenen Jahres im Zusammenhang mit vereisten Sensoren zu einem dramatischen Sinkflug geführt hatten. «Die Computer wurden von Airbus bereits alle ausgetauscht», sagte Chefpilot Scheib.



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