Flugreise: Die direkten Erträge der Airlines sinken.

PreiszerfallFliegen wird immer billiger

Was schön für die Verbraucher ist, ist schlimm für die Fluggesellschaften: Die Preise für Flugtickets sind in den letzten Jahren massiv gesunken.

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Das vergangenene Jahr war brutal für Fluggesellschaften. Ihre Ausgaben stiegen sprunghaft an. Von Januar bis Oktober verteuerte sich Kerosin rasant. Damit wuchs einer der größten Kostenblöcke um mehr als ein Viertel an. Hinzu kamen mitunter steigende Löhne wegen Personalknappheit und in Europa hohe Zusatzkosten infolge der rekordhohen Verspätungen. Crews bekamen Überstundenzulagen, Ersatzflugzeuge mussten gemietet werden und Passagiere erhielten Kompensationszahlungen.

Kein Wunder, dass viele europäische Fluggesellschaften pleite gingen und andere aufgeben mussten - so Azur Air Deutschland, Primera Air, Small Planet, VLM oder Skywork. Zuletzt erwischte es auch noch die traditionsreiche Germania. Doch es ist nicht nur die Kostenseite, die den Fluggesellschaften zu schaffen macht. Auch die Erträge sind unter Druck. «Der Preiskampf in Europa ist brutal und – außer für ein paar wenige Gewinner – für die Branche insgesamt fatal», umschrieb es kürzlich Luxair-Group-Chef Adrien Ney im Interview mit aeroTELEGRAPH.

Minus 6,3 Prozent pro Jahr

Das ist allerdings kein neues Phänomen. Alleine seit 2011 sank der Preis eines durchschnittlichen Flugtickets um 40 Prozent, wie Zahlen zeigen, welche die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung Iata für aeroTELEGRAPH zusammengestellt hat. Dabei wertete sie Daten des globalen Ticketabrechnungssystems aus, das sie für Fluggesellschaften betreibt und korrigiert sie zur Vergleichbarkeit um die Inflation.

Demnach kostete ein Ticket für einen durchschnittlichen Flug hin und zurück vor neun Jahren noch 549 Dollar, heute sind es noch 324 Dollar. Das entspricht einem jährlichen Preiszerfall um 6,3 Prozent. Nicht inbegriffen sind dabei Steuern,  Zuschläge und Gebühren für Extras.

Wer keine Reserven hat...

Was schön für die Verbraucher ist, hat dramatische Folgen für die Fluggesellschaften. Sie müssen entweder laufend neue Einnahmequellen erschließen oder ihre Kosten laufend anpassen. Wenn dann die Kosten einmal ansteigen, wird es für alle Anbieter brenzlig, die keine Reservepolster besitzen. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben wird größer und die Verluste schnellen in die Höhe.

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Timo Nowack
Timo Nowack
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Timo Nowack
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Stefan Eiselin
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