Airbus A320 von Eurowings: Im Winter fliegt die Airline vor allem selber.

Drohung von VerdiBei Eurowings droht ein Streik des Kabinenpersonals

Bei der Lufthansa-Tochter rumort es in der Kabine. Verdi lotet die Streikbereitschaft der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter aus. Eurowings gibt sich deutlich optimistischer als die Gewerkschaft.

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Erst im vergangene Oktober eskalierte es zwischen den Cockpit-Crews von Eurowings und dem Unternehmen. Die Pilotinnen und Piloten traten in den Ausstand. Man befinde sich wieder in konstruktiven Gesprächen, erklärte Eurowings-Chef Jens Bischof kürzlich im Interview mit aeroTELEGRAPH. Er sei froh, dass beide Seiten wieder miteinander am Tisch sitzen.

Anders sieht es in der Kabine aus. Dort stehen die Zeichen jetzt sogar auf Streik, wie ein Schreiben der Verdi-Tarifkommission an die Mitarbeitenden zeigt, das aeroTELEGRAPH vorliegt. Seit mehreren Wochen befindet sich das Unternehmen mit Verdi in Verhandlungen zum Manteltarifvertrag, Tarifvertrag Personalvertretung und der betrieblichen Altersvorsorge. Ein Ergebnis wurde laut dem Schreiben nicht erzielt.

«Stattdessen eine lange Liste an Gegenforderungen»

Im ersten Verhandlungstermin habe man kein Angebot zu den Forderungen erhalten, so die Verdi-Tarifkommisson Eurowings. «Stattdessen eine lange Liste an Gegenforderungen von einem saisonalisierten Arbeitszeitmodell (im Sommer mehr arbeiten) über Reduzierung der OFF-Tage im Sommer bis hin zu einem flexibel umgestaltbaren Dienstplan nach Krankheit oder der Erhöhung von Overnights aus Stand-by und der Anhebung der maximalen Nachtfluganzahl», heißt es in dem Schreiben.

Nach einem zweiten Verhandlungstermin sah es genauso aus. Die Eskalation folgte, als Eurowings den dritten Verhandlungstermin, der offenbar für den 2. März angesetzt war, abgesagte. Die Begründung demnach: die Streiks der Gewerkschaft Verdi im öffentlichen Dienst, einem anderen Arm der Gewerkschaft. «Nach der heutigen E-Mail von Eurowings an uns als Kabine bekommen wir den Eindruck, dass wir als Eurowings Kabine für die Streiks im öffentlichen Dienst leiden und hingehalten werden sollen», schreibt die Tarifkommission.

«Streikmaßnahmen in der Kabine beschlossen»

Man habe das Gefühl, als Verhandlungspartner von Eurowings nicht ernstgenommen zu werden, heißt es. Doch nur auf Augenhöhe könne man konstruktiv diskutieren. «Als Tarifkommission haben wir daher heute Streikmaßnahmen in der Kabine beschlossen und vorbereitet.»

Wie genau diese aussehen, steht nicht in dem Schreiben. Darüber wolle man mit den Mitgliedern in Gesprächen reden, in denen die Streikbereitschaft ausgelotet werden soll.

Eurowings: Weitere Termine bereits vereinbart

Eurowings sieht den Stand der Dinge anders. «Wir befinden uns in konstruktivem Austausch mit all unseren Tarifpartnern, so auch mit der Gewerkschaft Verdi», so ein Sprecher auf Anfrage von aeroTELEGRAPH. «Die Verhandlungen für einen neuen Manteltarifvertrag in der Eurowings Kabine haben im Februar gerade erst begonnen und stehen nach bisher zwei Terminen noch ganz am Anfang.»

Weitere Termine seien für März bereits vereinbart, so der Sprecher weiter. «Wir sind überzeugt, dass wir am Verhandlungstisch gemeinsam mit Verdi ein für alle Beteiligten tragfähiges Ergebnis erzielen.»

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