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Temperaturmesser oder Annulierungen

So kämpfen die Airlines gegen Ebola

Die Ebola-Epidemie breitet sich in Westafrika weiter aus. Emirates hat reagiert und Flüge nach Guinea gestrichen. Andere Airlines bleiben gelassener.

Tödliche Erkrankung: Etwa 60 Prozent der Ebola-Erkrankten sterben an dem Virus.

«Wir beobachten die Situation in Westafrika sehr genau und stimmen uns mit Behörden, der Weltgesundheitsorganisation WHO und auch Hilfsorganisationen vor Ort ab», erklärte ein Air-France-Sprecher gegenüber aeroTELEGRAPH. Derzeit sehe man aber keinen Grund, Flüge in die von Ebola betroffenen Gebiete in Westafrika abzusagen. Die französische Airline fliegt also weiterhin Freetown in Sierra Leone und auch Conakry in Guinea an. Passagiere müssten vor ihrem Abflug in den betroffenen Gebieten einen Fragebogen ausfüllen, ob sie in Kontakt mit der Krankheit gekommen sind. Bislang habe es bei Air France keine Verdachtsmomente gegeben.

Ähnlich äußerte sich Brussels Airlines, die neben Freetown und Conakry auch Liberias Hauptstadt Monrovia anfliegt. In Absprache mit Behörden und Organisationen behalte man die Lage sehr genau im Auge, sagte eine Airline-Sprecherin zu aeroTELEGRAPH. Zudem habe man die Crews sensibilisiert. Sie sollten nach möglichen Symptomen bei Passagieren Ausschau halten und hätten dafür auch medizinische Kits an Bord. Bevor die Passagiere in Westafrika an Bord gehen, würde ihre Temperatur gemessen.

Verdachtsmomente in London

British Airways hingegen kündigte an, alle Flüge von und nach Sierra Leone und Liberia bis Ende August einzustellen. Grund sei die «Verschlechterung der allgemeinen gesundheitlichen Lage in den Ländern», zitiert die BBC die Airline. Vor wenigen Tagen hatte bereits Emirates bekannt gegeben, dass alle Flüge nach Guinea gestrichen würden. Die Sicherheit von Passagieren und Besatzung sei höchste Priorität. Theoretisch könnte ein infizierter Passagier Hunderte Mitreisende infizieren. Allerdings verbreitet sich Ebola nur durch direkten Kontakt, etwa über den Austausch von Blut oder Körperflüssigkeiten.

Immer wieder kam es in den vergangenen Tagen zu Verdachtsmomenten, dass Flugpassagiere den Virus in sich tragen könnten. Am Londoner Flughafen Gatwick war eine Frau aus Sierra Leone aufgefallen, die sich übergeben musste und stark schwitzte. Die Maschine von Gambia Bird wurde daraufhin laut einem Bericht des Mirrors unter Quarantäne gestellt. Die Frau verstarb später im Krankenhaus, ein Test auf den Ebola-Virus fiel negativ aus. Zuvor war ein infizierter Passagier in Nigeria gelandet, meldete die australische Seite News.

Tödliche Krankheit breitet sich aus

Ebola gilt als eine der gefährlichsten Krankheiten überhaupt. Bislang gibt es weder Impfstoff noch Behandlungsmethode für die Krankheit. Beim jetzigen Ausbruch sind bislang 60 Prozent der Erkrankten gestorben. Hauptsächlich sind die westafrikanischen Länder Sierra Leone, Liberia und Guinea betroffen. Einzelne Fälle wurden mittlerweile auch aus Nigeria gemeldet. Die Lufthansa fliegt täglich von Frankfurt aus zwei Ziele in Nigeria an, Lagos und Abuja. Bislang plant die deutsche Airline aber keine Streichung der Flüge.



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