Emirates und United Airlines: Die arabischen Airlines sind den US-Konkurrenten ein Dorn im Auge.

Emirates und Co. gegen American und Co.Krieg der Zahlen und Worte

Die großen US-Airlines werfen Etihad, Emirates und Qatar vor, 40 Milliarden an Subventionen kassieren zu haben. Haben sie selbst 70 Milliarden bekommen?

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Die Chefs von American, Delta und United malen ein düsteres Bild. Alleine seit Anfang Jahr hätten die Golfairlines ihre Kapazitäten in die USA um ein Viertel ausgebaut. Emirates, Etihad und Qatar wollten so noch vollendete Tatsachen schaffen, bevor die Regierung in Washington der Expansion der arabischen Anbieter einen Riegel schieben, erklärten sie dieser Tage bei einer Veranstaltung. Und genau das wollen die drei großen amerikanischen Fluglinien erreichen. Die Open-Sky-Abkommen mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten müssten neu ausgehandelt werden.

Im April hatten American, Delta und United eine Studie vorgelegt, die belegen soll, dass die Golfanbieter seit 2004 von ihren Regierungen Subventionen und andere unfaire Vorteile im Umfang von 42,3 Milliarden Dollar erhielten. Die Beihilfen würden in diversen Formen daherkommen: Als Direktzahlungen, zinsfreie Darlehen, vorteilhafte Verträge mit Flughäfen und anderen staatlichen Lieferanten. Qatar Airways soll so 17,5 Milliarden, Etihad 18 Milliarden und Emirates 6,8 Milliarden erhalten haben.

72 Milliarden für American, Delta und United?

Nun schlagen die drei Kritisierten zurück. American, Delta und United hätten ihrerseits in den vergangenen 15 Jahren Beihilfen von 71,5 Milliarden Dollar bekommen. Dieser Betrag errechne sich aus Vorteilen aus dem äußerst vorteilhaften Rechtssystem mit Insolvenzschutz, Rentengarantien, bestimmten Steuerbefreiungen und diversen anderen Vorteilen, so Etihad in ihrer Gegenstudie, die auch von Emirates und Qatar als Argument ins Feld geführt wird. Die Vergünstigungen würden regelmäßig nur US-Fluggesellschaften gewährt und hätten einen «zutiefst verzerrten Markt erzeugt», so die drei Fluglinien.

Die Wahrheit liegt wohl wie immer irgendwo dazwischen. Das amerikanische Recht – vor allem das so genannte Chapter 11 – hilft angeschlagenen Unternehmen tatsächlich massiv, sich zu erholen. United Airlines befand sich von Dezember 2002 bis Februar 2006 unter diesem Gläubigerschutz, Delta von September 2005 bis April 2007 und American von November 2001 bis Dezember 2013. Chapter 11 erlaubt es Unternehmen, sich zu reorganisieren ohne dass Gläubiger Forderungen stellen können. Ausstehende Forderungen werden in dieser Zeit neu verhandelt.

Etihad erhielt in der Tat ein zinsloses Darlehen

Und Etihad - wie die anderen Golfanbieter auch - erhielt tatsächlich ein zinsloses Darlehen über 3 Milliarden Dollar, das nicht zurückgezahlt werden muss. Hinzu kommt das undurchschaubare Netz staatlicher Unternehmen im Umfeld, wo Konditionen nicht nachvollziehbar sind - aber zumindest sicherlich alles für ein gegenseitiges Florieren getan wird. Am Ende dreht sich der Streit aber vor allem um eines: Die Golfanbieter stehen am Anfang ihres Lebens. Sie haben keinerlei Altlasten zu tragen und können ihr Geschäft von Grund auf neu bauen. Das ist in einer hochkompetitiven Branche wie der Luftfahrt ein riesiger Vorteil.

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