Ellen Church: «Gut gebaut, Single, aus gutem Hause und mit tadellosem Charakter».

United AirlinesEllen Church, die erste Stewardess der Welt

Die Kabinencrew ist heutzutage meist weiblich. Das war nicht immer so. In den 30er-Jahren glaubten die Airlines, dass Frauen an Bord nichts machen könnten – bis Ellen Church kam.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Als überqualifiziert würde man Ellen Church heute wohl bezeichnen: Die Amerikanerin war ausgebildete Pilotin und Krankenschwester. Dennoch musste sie 1930 darum kämpfen, an Bord eines Flugzeugs arbeiten zu dürfen. Steve Stimpson, Manager des United-Airlines-Vorgängers Boeing Air Transport (BAT), wollte sie nicht als Pilotin anstellen.

Allerdings gefiel dem Manager die Idee, eine Krankenschwester an Bord seiner Maschinen zu haben, die nervösen Passagieren die Angst vorm Fliegen nimmt. «Glauben Sie nicht, dass es psychologisch gut wäre, Frauen in der Luft zu haben», hatte sie ihm ihren Vorschlag verkauft. «Wie könnte ein Mann dann sagen, dass er Angst vor dem Fliegen hat, wenn eine Frau im Flugzeug arbeitet?» So begann eine dreimonatige Testphase.

Frauen galten als zu zart fürs Fliegen

Church stellte eine siebenköpfige Gruppe von Flugbegleiterinnen zusammen. Die Kriterien für die Sky Girls: Single, jünger als 25 Jahre, weniger als 52 Kilo schwer und kleiner als 1,63 Meter. Ausgebildete Krankenschwestern sollten sie auch sein. Dabei hatten sie keine ausschließlich repräsentative Aufgabe an Bord – die Frauen sollten auch das Gepäck verladen, Getränke und Snacks servieren, Kaugummi für den Druckausgleich ausgeben und als Guide auf Wahrzeichen am Boden hinweisen. Und wenn nötig beim Tanken oder Manövrieren der Maschinen in die Hangars helfen.

Church und ihre Sky Girls waren nicht die ersten Flugbegleiter überhaupt. Bereits 1912 gab es an Bord des Zeppelin «Schwaben» einen – allerdings männlichen – Steward. 1920 führte die britische Imperial Airways die sogenannten Cabin Boys ein. Doch dass Frauen im Flieger nun eine Rolle übernahmen war eine Sensation. Sie galten als zu zart fürs Fliegen und mögliche Notfälle.

Gut gebaut, Single, guter Charakter

Am 15. Mai 1930 begleiteten Church und ihre Kolleginnen ihren ersten Flug. Er ging innerhalb von 20 Stunden – und mit 13 Stopps – von Oakland in Kalifornien nach Chicago. Und die weibliche Begleitung kam bei den Passagieren gut an. Viele Airlines folgten dem Beispiel von BAT. Als erste europäische Fluggesellschaft engagierte Swissair 1934 eine Frau, Lufthansa folgte 1938. Doch nicht nur Airlines setzten auf Frauen; auch in Zügen gab es plötzlich nicht nur männliche Stewards. Die Bahnmanager wollten so etwas Glamour der Luftfahrt auf die Gleise bringen.

Church hatte mit ihren Sky Girls Standards gesetzt. Bis zum Zweiten Weltkrieg mussten Flugbegleiterinnen ausgebildete Krankenschwestern sein. Dann allerdings wurden die Kriterien etwas gelockert – es gab nach Kriegsausbruch schlichtweg nicht mehr genug Krankenschwestern für die Luftfahrt. Die äußerlichen Anforderungen blieben aber bestehen. Noch in den 40er-Jahren forderten die Airlines von den Bewerberinnen: Gut gebaut, Single, aus gutem Hause und mit tadellosem Charakter.

Nach 18 Monaten war bei Ellen Church Schluss

Sollten die Stewardessen ein gewisses Alter erreichen oder heiraten, war das das Ende ihrer Karriere. Ellen Church musste aus einem anderen Grund vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden: 18 Monate nach Dienstantritt hatte sie einen schweren Autounfall. Danach studierte sie erneut und diente während des Zweiten Weltkriegs als Krankenschwester in der Armee. Im Alter von 60 Jahren starb sie bei einem Reitunfall. Der Lokalflughafen in ihrer Heimatstadt Cresco, Iowa, wurde daraufhin nach ihr benannt.

Mehr zum Thema

ticker-united-airlines

United Airlines führt Economy-Sitze mit freiem Mittelsitz im Airbus A321 XLR ein

ticker-united-airlines

United Airlines kennzeichnet nach Klage Sitze ohne Fenster

Fensterplätze ohne Fenster in einer Boeing 757-300 von United Airlines: Es geht vor Gericht.

Fensterplätze ohne Fenster: United Airlines muss sich vor Gericht verteidigen

Ziemlich viel Platz: Jaykwono auf dem Flug von United Airlines.

Wie eine Boeing 737 von United Airlines zum Privatjet wurde

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg