Air India wirbt für Flüge nach Israel: Wer könnte dem Beispiel folgen?

Nach Air-India-StartEl Al will weitere Routen über Saudi-Arabien blockieren

Air India fliegt neu über Saudi-Arabien nach Israel, El Al darf das nicht. Um weitere Konkurrenz zu verhindern, zieht die israelische Fluglinie vor Gericht.

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Es ist eine geschichtsträchtige Route: Seit dem 22. März fliegt Air India von Delhi nach Tel Aviv und überquert dabei Saudi-Arabien. Damit ist die indische Nationalairline die erste Fluggesellschaft seit 70 Jahren, die diese Route nutzen darf. Denn Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Während Beobachter es als positives Zeichen für die Beziehungen beider Länder werten, dass Saudi-Arabien die Überflüge erlaubt, ist El Al alles anderes als erfreut.

Die israelische Fluglinie wirft der eigenen Regierung vor, sie zu diskriminieren und wendet sich nun mit einer Beschwerde an den Obersten Gerichtshof. Darin fordert sie, dass sowohl Air India als auch anderen Fluggesellschaften untersagt wird,  weitere Verbindungen anzubieten, die durch saudi-arabischen Luftraum nach Israel führen, solange dies El Al selbst nicht gestattet ist. Zurzeit muss die israelische Airline auf dem Weg nach Mumbai in Indien die Arabische Halbinsel umfliegen und so mehr Zeit und Treibstoff investieren.

Kronprinz sendet Signal der Entspannung

Allerdings räumt Autor Sami Peretz in einem Kommentar in der israelischen Zeitung Haaretz El Al kaum Chancen auf einen Erfolg vor Gericht ein. «Die Airline handelt gegen Verbraucherinteressen, indem sie versucht, diese kürzeren, billigeren Flüge zu blockieren», kritisiert er außerdem. Die Indien-Route sei gar kein riesiges Problem für die Fluglinie, urteilt er. «Aber wenn andere Fluggesellschaften die Erlaubnis erhalten, zwischen Asien und Israel über Saudi-Arabien zu fliegen, könnten die Flüge nach Hongkong, Bangkok, Japan und China immer kürzer und billiger werden.» Das könnte das Interesse asiatischer Airlines wecken, die Israel zurzeit noch ignorierten, und für El Al gefährlich werden.

Daher wird die Fluggesellschaft es wohl als gutes Zeichen ansehen, dass der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman nun in einem Interview überraschenderweise nicht nur den Palästinensern das Recht auf ein eigenes Land zubilligte, sondern auch den Israelis. Dies gilt als weiteres Signal der Entspannung zwischen den beiden Verbündeten der USA. Und vielleicht erhöht es ja auch El Als Chancen auf Überflugsrechte.

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