Luftdüsen: Kommt hier manchmal Giftiges heraus?

Aerotoxisches SyndromEasyjet bekämpft giftige Dämpfe

Es ist ein Schritt, der die Branche verändern könnte: Easyjet installiert in den Flugzeugen Filter, damit giftige Dämpfe nicht mehr in die Kabine gelangen.

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Giftige Dämpfe an Bord - Schlagzeilen darüber liest man immer wieder. Und in der Tat gibt es ab und an Fälle, in denen Passagiere, Flugbegleiter und Piloten über unerklärliche, plötzliche Benommenheit, Kopfschmerzen und Übelkeit klagen. Manchmal führt das gar bis zu einer vorübergehenden Ohnmacht. Als Auslöser wird verunreinigte Kabinenluft vermutet.

Die Atemluft in der Kabine und im Cockpit wird bei den meisten modernen Flugzeugen ungefiltert über die Triebwerke gewonnen – so auch bei Boeing (außer beim Dreamliner), Airbus und den anderen Herstellern. Der Fachausdruck dafür heißt Zapfluft. Verbrennt Triebwerksöl, kann es sein, dass giftige Dämpfe mit dem Nervengift TCP entstehen. Diese können über die Zapfluft in den Passagierraum gelangen.

Tests im kommenden Jahr

Doch die Meinungen darüber, ob es als Folge verunreinigter Kabinenluft auch langfristige Gesundheitsschäden gibt, gehen auseinander. Man untersuche die Luft regelmäßig und es seien keine Auswirkungen auf die Gesundheit bemerkbar, so der Tenor in der Branche. Die Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit und Tod sei bei Piloten 400 Prozent größer als bei Berufsgruppen, die nicht solchen Dämpfen ausgesetzt seien, halten Kritiker wie die bekannte Autorin Susan Michaelis dagegen.

Nun aber anerkennt Easyjet das sogenannte aerotoxische Syndrom zumindest indirekt. Denn wie die Billigairline der Zeitung Sunday Times verriet, lässt sie vom amerikanischen Filter-Hersteller Pall ein System für ihre Flieger entwickeln. Die Filteranlage soll ab kommendem Jahr getestet und danach eingeführt werden. Als Grund für den Schritt gibt Easyjet «Gesundheitsbedenken» an.

«Extrem wichtig»

Offiziell erklärte die Fluggesellschaft jedoch der Sunday Times, man nehme in der Diskussion um das aerotoxische Syndrom keine Position ein. Sie bleibe ein Gebiet der wissenschaftlichen Unsicherheit. Ein Vertreter der Flugbegleiter-Abteilung der britischen Gewerkschaft Unite meinte gegenüber der Zeitung Daily Mail indes, der Schritt sei «extrem wichtig und hochwillkommen».

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