Ein Airbus A321 beim Betanken: Welche Jets vom aktuellen Problem betroffen sind, hängt von der Seriennummer der Kraftstoffpumpen im Tanksystem des Fliegers ab.

SicherheitsanweisungEasa warnt vor Explosionsgefahr bei Airbus-A320-Tanks

Jets der A320-Familie sind teilweise mit Kraftstoffpumpen ausgestattet, die ein Explosionsrisiko bergen könnten. Betreiber müssen betroffene Teile schnell austauschen.

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Luftfahrt

Die komplette Airbus-A320-Familie ist von einem gefährlichen Problem mit den Treibstoffpumpen betroffen. Die europäische Luftfahrtbehörde Easa hat dazu am Freitag (23. April) eine Emergency Airworthiness Directive erlassen, zu Deutsch eine Notfall-Lufttüchtigkeitsanweisung. Betroffen sind Pumpen mit bestimmten Seriennummern. Laut Airbus handelt es sich nur um einen sehr kleinen Anteil der A320-Flotte.

Nach der Identifizierung eines potenziellen Qualitätsproblems sei eine Sperrfeder lose vorgefunden worden, heißt es in der Anweisung. «Dieser Zustand könnte, wenn er nicht korrigiert wird, beim Betrieb einer Pumpe, die nicht vollständig in den Kraftstoff eingetaucht ist, eine Zündquelle im Kraftstofftank schaffen, die möglicherweise zu einer Explosion des Kraftstofftanks und damit zum Verlust des Flugzeugs führt», so die Easa.

Austausch innerhalb von zehn Tagen

Airbus habe die Betreiber über das Problem informiert und ihnen Anweisungen zum Austausch der Treibstoffpumpen erteilt, heißt es weiter. Betroffen sind in erster Linie Flugzeuge, die vor dem 30. Juni 2015 gebaut wurden. Jets die später produziert wurden, können nur betroffen sein, falls später potenziell fehlerhafte Pumpen installiert wurden.

Wenn die Notfallanweisung am 27. April in Kraft tritt, müssen die Betreiber innerhalb von zehn Tagen oder 50 Flugzyklen - je nachdem, was früher der Fall ist - die betroffenen Pumpen ersetzen. Ist nur eine Pumpe betroffen, kann sie unter Umständen deaktiviert werden und der Austausch später erfolgen.

Wartung darf nur eingeschränkt stattfinden

Solange die Teile nicht ausgetauscht sind, dürfen keine Wartungsarbeiten stattfinden, bei denen die entsprechenden Teile zum Einsatz kommen. So dürfen beispielsweise Triebwerke nicht am Boden laufen gelassen werden, auch Taxiing ist untersagt.

Die betroffenen Pumpen kommen von einem Zulieferer. «Safran Aerosystems hat Airbus über eine begrenzte Anzahl von Treibstoffpumpen informiert, die derzeit in einigen in Betrieb befindlichen Flugzeugen der A320-Familie eingebaut sind und bei denen ein Qualitätsproblem auftreten könnte», so ein Sprecher auf Anfrage von aeroTELEGRAPH. Es seien keine Probleme während des Betriebs gemeldet worden. «Die Pumpen, die zu dieser Charge gehören, wurden genau identifiziert und sind Gegenstand eines speziellen Aktionsplans für den Ausbau und Austausch in Zusammenarbeit mit Safran». Insgesamt seien weniger als zwei Prozent der Flotte potenziell betroffen.

Ergänzung vom 23.04.2021, 23:11 Uhr: In einer ersten Version des Artikels stand, dass Flugzeuge betroffen seien, die nach dem 30. Juni 2015 gebaut wurden. Dabei handelte es sich um einen Fehler. Betroffen sind Flieger, die vor dem 30. Juni 2015 gebaut wurden.

Ergänzung vom 24.04.2021, 12:08 Uhr: Wir haben den Artikel um ein Statement von Airbus ergänzt, in dem die Anzahl der potenziell betroffenen Flieger thematisiert wird. 

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