C-Series CS300 von Air Baltic: Die Airline bekommt insgesamt 20 Stück des kanadischen Fliegers.

PassagierrechtDiese Airlines entschädigen am besten

Ihr Flug wurde gestrichen und Sie verlangen Entschädigung. Sehen Sie hier, welche Airlines es Ihnen am einfachsten machen - und an welche sie nicht geraten wollen.

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Das Unternehmen Air Help verdient sein Geld damit, dass es Passagieren hilft, von Airlines für verspätete und annullierte Flügen entschädigt zu werden. Außerdem erstellt es ein Ranking, das Servicequalität, Pünktlichkeit und Umgang der Fluggesellschaften mit Entschädigungsansprüchen auswertet. Gesamtsieger ist schon zum dritten Mal in Folge Qatar Airways.

Doch aeroTELEGRAPH wollte wissen: Wie sieht die Tabelle aus, wenn man sich nur die Entschädigungen anschaut? Die Kategorie berücksichtigt «die Effizienz und Partnerschaftlichkeit der Fluggesellschaft bezüglich Abwicklung von Entschädigungsforderungen», erklärt Air Help. «Punkte wie das Zurückweisen von Forderungen, Abwicklungszeit und Auszahlung des Anspruchs werden dabei gewichtet.» Sein Knowhow weist das Unternehmen damit aus, bereits mehr als 1,2 Millionen Kunden bei der Einforderung von Entschädigungsansprüchen geholfen zu haben.

Schweizer schneiden schlecht ab

Schaut man sich also an, wie die Fluggesellschaften in Sachen Entschädigungen punkten, fällt auf: Gesamtsieger Qatar Airways schafft es in dieser Kategorie mit einer Bewertung von 7,8 Punkten gerade einmal auf Rang 29. Auf Platz 1 und 2 stehen mit je 9,3 Punkten Air Baltic aus Lettland und City Jet aus Irland. Auf Rang 3 bis 5 folgen mit je 9,1 Punkten Czech Airlines aus der Tschechischen Republik, Austrian Airlines aus Österreich und Flybe aus England. Wer dagegen mit Air Algerie unterwegs ist, sollte sich keine großen Hoffnungen auf Entschädigungen machen - die Fluggesellschaft aus Algerien landet mit 0 Punkten auf dem 78. und damit letzten Platz.

Weit unten finden sich ebenfalls die Schweizer Airlines Edelweiss (Rang 70) und Swiss (Rang 64). Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH zeigte sich Edelweiss erstaunt über das schlechte Abschneiden und verwies auf eine «sehr hohe Zufriedenheit bei unseren Gästen» in eigenen Umfragen.

Swiss äußert Zweifel am Ranking

Swiss erklärt, man sei von der Objektivität des Rankings nicht überzeugt, da Air Help mit der Bearbeitung von Entschädigungsforderungen ein kommerzielles Ziel verfolge. «Etwaige Reklamationen von unseren Gästen nehmen wir sehr ernst und prüfen jeden einzelnen Fall», schreibt die Fluglinie. Bei der Behandlung von Passagierbeschwerden sowie der Bearbeitung von Entschädigungsforderungen halte man sich an das geltende Recht, «insbesondere an die geltende Rechtsprechung in der Schweiz».

Auch die Schweizer Gesellschaften würden den EU-Regulierungen unterliegen, sagt Philippe Strässle von Air Help. «Sie lassen es aber auf ein Gerichtsurteil in der Schweiz ankommen, bis in die letzte Instanz – und das kann ein bis zwei Jahre dauern.» Das könnte auch das schlechte Abschneiden der Schweizer Gesellschaften erklären.

Keine exakte Fallzahlen

Wie viele Entschädigungsfälle pro Airline die Basis für die Punktevergabe sind, verriet Strässle nicht im Detail, sagte aber: «Pro Monat bearbeiten wir rund 30'000 Fälle, vor allem aus Europa. Und die Lufthansa-Gruppe, zu der auch Swiss und Edelweiss gehören, hat keinen kleinen Anteil daran.»

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie, wie die Fluggesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Ranking abschneiden.

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