Letzte Aktualisierung: um 19:14 Uhr
Partner von  

Stress an Europas Himmel

Die Streiksaison ist im vollen Gange

Zahlreiche europäische Airlines sehen sich mit Streiks konfrontiert. Erfahren Sie in unserer Übersicht, wo Piloten, Kabinencrews und Bodenpersonal die Arbeit niederlegen.

British Airways

Airbus A320 von British Airways: Bald bleiben einige am Boden.

Bereits am Wochenende kam es am Himmel über Europa zu einigen Verzögerungen, genauer gesagt im französischen Luftraum. Grund war ein Computerfehler. In den kommenden Wochen dürfte es zu weiteren Störungen kommen, dann allerdings beabsichtigt. Denn die Streiksaison ist gestartet. Eine Übersicht:

Niederlande

Bereits begonnen hat die Streiksaison in den Niederlanden. Am Montag (2. September) zwischen 8 und 10 Uhr morgens legte ein Großteil des Bodenpersonals am Flughafen Amsterdam Schiphol die Arbeit nieder. In der Folge strich KLM als Vorsichtsmaßnahme elf Flüge von Amsterdam und zehn Flüge nach Amsterdam. In dem Konflikt zwischen KLM und dem von der Gewerkschaft FVN vertretenen Bodenpersonal fordert letztere eine Lohnerhöhung und mehr Festanstellungsverträge.

Portugal

Auch auf der iberischen Halbinsel kommt es zu streikbedingten Störungen und Behinderungen im Luftverkehr. Vergangene Woche legte ein Teil des portugiesischen Kabinenpersonals von Ryanair an fünf Tagen die Arbeit nieder. Während es in Lissabon, Porto und Faro zwar zu vereinzelten Verspätungen gekommen ist, mussten gemäß der Billigfluglinie keine Flüge gestrichen werden.

Spanien

Seinen portugiesischen Kollegen gleichtun will es nun das spanische Kabinenpersonal von Ryanair. Um gegen die Schließung der Ryanair-Standorte in Girona, Teneriffa und Gran Canaria zu protestieren, wollen die in zwei Gewerkschaften organisierten Flugbegleiter im September an zehn Tagen streiken (1., 2., 6., 8., 13., 15., 20., 22., 27. und 28.9.). Wie Ryanair auf Twitter mitteilte, fallen am Montag (1. September) und Dienstag (2. September) je sechs der insgesamt 950 täglichen Flüge von oder nach Spanien aus. Mit weiteren Ausfällen rechnet Ryanair nicht. Doch möglicherweise droht der Fluggesellschaft neues Ungemach: Im Falle, dass die laufenden Lohnverhandlungen scheitern, droht auch die spanische Gewerkschaft der Ryanair-Piloten mit Streik – und zwar an fünf Tagen im September (19., 20., 22., 27. und 29.9.).

Geduld brauchen Flugreisende in Spanien auch wegen Arbeitskämpfen des Sicherheits- und Bodenpersonals an zahlreichen Flughäfen. Bereits am vergangenen Wochenende kam es an den Flughäfen El Prat in Barcelona und Barajas in Madrid zu Arbeitsniederlegungen des Bodenpersonals. Vueling musste deswegen 54 Flüge streichen, Iberia sechs. Am Flughafen von Palma de Mallorca ist wegen eines Streiks des Hilfspersonals bei der Passkontrolle Geduld gefragt. Und am Flughafen von Bilbao hat das Iberia-Bodenpersonal für den 8. und 9. September Streiks angekündigt. Betroffen sein könnten auch Passagiere von anderen Airlines.

Großbritannien

Auch bei British Airways stehen die Zeichen auf Streik. Die Piloten-Gewerkschaft BALPA hat für den 9., 10. und 27. September Arbeitsniederlegungen angekündigt. BA hatte erfolglos versucht, die Kampfmaßnahmen der Piloten vor Gericht untersagen zu lassen. Der Streit zwischen den Piloten und ihrer Arbeitgeberin hatte sich an Lohnverhandlungen entzündet. Noch hofft man bei BA auf eine gütige Einigung. Doch als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits Hunderte Flüge gestrichen, die von einem Streik betroffen wären.

Der Streik bereitet den Zuständigen bei der Airline ziemliches Kopfzerbrechen – schon im Vorfeld. Wegen eines Fehlers beim E-Mail-Versand wurden zahlreiche Passagiere fälschlicherweise darüber informiert, dass ihr Flug gestrichen sei. Viele hatten bereits neue Flüge gebucht, als die Nachricht kam, dass es sich um einen Irrtum handele. Die British Airline Pilots’ Association vertritt 85 Prozent der rund 4500 Piloten der britischen Fluglinie. Das heißt, dass fast acht von zehn Piloten der Fluggesellschaft für den Ausstand sind.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.