Der Weg ins Flugzeug könnte sich mit der Steffen-Methode sehr verkürzen.

Das Boarding-Geheimnis ist gelüftet

Ein Astrophysiker hat herausgefunden, wie man die Einsteigezeit halbieren kann. Die Lösung ist eigentlich ziemlich simpel.

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Am Gate in der Schlange zu stehen, kann ziemlich nervtötend sein. Vor allem, wenn andere Passagiere - aus für einen selbst oft unerfindlichen Gründen - einfach zuerst in den Flieger dürfen. Doch das Einsteigen schien bislang eine jener Unannehmlichkeiten zu sein, mit denen man sich beim Fliegen einfach abfinden musste.

Doch dann kam Jason Steffen, Astrophysiker am Fermi National Laboratory im amerikanischen Bundesstaat Illinois. Als der Forscher sich einmal mehr über die ewigen Wartezeiten am Gate ärgerte, beschloss er, eine wissenschaftliche Lösung für das Boarding-Problem zu finden. Er hatte Erfolg: Mit der Steffen-Methode kann man die Zeit, welche die Prozedur in Anspruch nimmt, halbieren. Dies zeigte eine amerikanische Fernsehsendung in einem Test mit dem Nachbau einer Boeing 757 und 72 Passagieren.

Zwei Probleme

Die Studie zum Thema verfasste Steffen allerdings schon 2008. Er identifiziert darin zwei eigentlich offensichtliche Probleme. Zum einen müssen die einsteigenden Passagiere oft in der Kabine herumstehen, während die Vordermänner ihr Gepäck verstauen. Außerdem kostet es Zeit, wenn Passagiere auf den mittleren Sitzen aufstehen müssen um diejenigen mit einem Fensterplatz vorbei zu lassen.

Die Lösung ist denn auch entsprechend simpel. Mit der Steffen-Methode werden die Passagiere nach ihren Sitzplatztypen eingeordnet - Fensterplatz, mittlerer Platz, und was es eben sonst noch gibt. Wenn Passagiere mit den gleichen Sitzplatztypen auch gleichzeitig an Bord gehen, entsteht das Problem des Übereinandersteigens gar nicht. Damit sich die Reisenden nicht im Weg herum stehen, wird bei den einzelnen Fuhren jeweils jede zweite Reihe ausgelassen.

Nur halb so lang

In den Tests probierte man verschiedene Methoden aus, auch die Standard-Prozedur, in der die Passagiere blockweise an Bord gelassen werden. Diese dauerte mit den 72 Testreisenden 7 Minuten, gegenüber nur 3,5 Minuten mit der Steffen-Methode. Und die Zeitersparnis sollte sich - in der Relation - noch vergrößern, je mehr Passagiere der Flieger fasst, so der Forscher.

Die Airlines hätten an seiner Methode jedoch bisher kein Interesse gezeigt. Dabei könnten sie, so zeigen Steffens Berechnungen gemäß dem Economist, eine Menge Geld sparen. Jede Minute, die ein Fluggast am Terminal herumsteht, kostet etwa 30 Dollar. Wenn man davon ausgeht, dass der durchschnittliche Anbieter etwa 1500 Flüge pro Tag anbietet, könnten schon sechs Minuten weniger Einsteigezeit bis zu 100 Millionen Dollar Ersparnis im Jahr bedeuten. Und das Reisen für die Passagiere angenehmer machen.

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