Der Weg ins Flugzeug könnte sich mit der Steffen-Methode sehr verkürzen.

Das Boarding-Geheimnis ist gelüftet

Ein Astrophysiker hat herausgefunden, wie man die Einsteigezeit halbieren kann. Die Lösung ist eigentlich ziemlich simpel.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Am Gate in der Schlange zu stehen, kann ziemlich nervtötend sein. Vor allem, wenn andere Passagiere - aus für einen selbst oft unerfindlichen Gründen - einfach zuerst in den Flieger dürfen. Doch das Einsteigen schien bislang eine jener Unannehmlichkeiten zu sein, mit denen man sich beim Fliegen einfach abfinden musste.

Doch dann kam Jason Steffen, Astrophysiker am Fermi National Laboratory im amerikanischen Bundesstaat Illinois. Als der Forscher sich einmal mehr über die ewigen Wartezeiten am Gate ärgerte, beschloss er, eine wissenschaftliche Lösung für das Boarding-Problem zu finden. Er hatte Erfolg: Mit der Steffen-Methode kann man die Zeit, welche die Prozedur in Anspruch nimmt, halbieren. Dies zeigte eine amerikanische Fernsehsendung in einem Test mit dem Nachbau einer Boeing 757 und 72 Passagieren.

Zwei Probleme

Die Studie zum Thema verfasste Steffen allerdings schon 2008. Er identifiziert darin zwei eigentlich offensichtliche Probleme. Zum einen müssen die einsteigenden Passagiere oft in der Kabine herumstehen, während die Vordermänner ihr Gepäck verstauen. Außerdem kostet es Zeit, wenn Passagiere auf den mittleren Sitzen aufstehen müssen um diejenigen mit einem Fensterplatz vorbei zu lassen.

Die Lösung ist denn auch entsprechend simpel. Mit der Steffen-Methode werden die Passagiere nach ihren Sitzplatztypen eingeordnet - Fensterplatz, mittlerer Platz, und was es eben sonst noch gibt. Wenn Passagiere mit den gleichen Sitzplatztypen auch gleichzeitig an Bord gehen, entsteht das Problem des Übereinandersteigens gar nicht. Damit sich die Reisenden nicht im Weg herum stehen, wird bei den einzelnen Fuhren jeweils jede zweite Reihe ausgelassen.

Nur halb so lang

In den Tests probierte man verschiedene Methoden aus, auch die Standard-Prozedur, in der die Passagiere blockweise an Bord gelassen werden. Diese dauerte mit den 72 Testreisenden 7 Minuten, gegenüber nur 3,5 Minuten mit der Steffen-Methode. Und die Zeitersparnis sollte sich - in der Relation - noch vergrößern, je mehr Passagiere der Flieger fasst, so der Forscher.

Die Airlines hätten an seiner Methode jedoch bisher kein Interesse gezeigt. Dabei könnten sie, so zeigen Steffens Berechnungen gemäß dem Economist, eine Menge Geld sparen. Jede Minute, die ein Fluggast am Terminal herumsteht, kostet etwa 30 Dollar. Wenn man davon ausgeht, dass der durchschnittliche Anbieter etwa 1500 Flüge pro Tag anbietet, könnten schon sechs Minuten weniger Einsteigezeit bis zu 100 Millionen Dollar Ersparnis im Jahr bedeuten. Und das Reisen für die Passagiere angenehmer machen.

Video

Die Notrutsche wird abtransportiert: Verzögerungen beim Abflug der Boeing 767 von Austrian Airlines.
Eine versehentlich ausgelöste Notrutsche sorgte bei einer Boeing 767 von Austrian Airlines in Montreal für Verspätung. Die Rutsche musste ausgebaut und die betroffene Tür gesperrt werden. Dadurch durften statt 209 nur noch 141 Passagiere mit nach Wien fliegen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack