Letzte Aktualisierung: um 19:03 Uhr

Von Boeing 707 bis 777X

Die 62 Jahre alte Liebe zwischen Lufthansa und Boeing

Lange hat Lufthansa keinen Passagierjet mehr von Boeing erhalten. Ein Blick auf die Geschichte der Lieferungen des amerikanischen Herstellers an die deutsche Airline.

Lufthansa wartet aktuell auf gleich zwei verspätete Boeing-Modelle: die Boeing 787, die der Hersteller derzeit nicht ausliefert, und die neue 777X. Doch wie sah das eigentlich in der Vergangenheit aus? Wann bekam Lufthansa von Boeing welche Flugzeuge?

Alles begann mit der Boeing 707. Am 17. März 1960 startete Lufthansa mit dem Modell auf der Nordatlantiks-Strecke ins Zeitalter der Düsenflugzeuge. Im selben Jahr wurde erstmals eine Lufthansa-Maschine getauft: Willy Brandt, zu dieser Zeit Regierender Bürgermeister von Berlin, gab einer Boeing 707 den Namen Berlin. Im April 1964 setzte Lufthansa dann erstmals offiziell eine Boeing 727 ein und nutzte den Typ fortan auf Europa- und Nahoststrecken. Im Februar 1968 folgte die Lufthansa-Premiere der Boeing 737.

36 Boeing 737-200 Advanced

Am 26. April 1970 nahm die Fluglinie erstmals eine Boeing 747 in den Dienst. Die erste Route hieß Frankfurt – New York. In seiner heutigen Lieferübersicht führt Boeing für die 1970er-Jahre auch die Lieferung von elf DC-10 an Lufthansa auf, allerdings handelte es sich dabei um McDonnell Douglas DC-10 – Boeing übernahm den Konkurrenten erst 1997. Lufthansa schreibt in der eigenen Übersicht zur Firmengeschichte: «14. Januar 1974: Erster Linieneinsatz der Douglas DC 10 bei Lufthansa. Sie fliegt auf der Fernoststrecke Frankfurt–Rom–Karatschi–Delhi–Bangkok–Hongkong–Tokio.»

Die 1980er-Jahre begannen im Zeichen der Boeing 737. Am 21. Dezember 1980 landete die erste von insgesamt 36 bestellten Boeing 737-200 Advanced in Frankfurt – dabei handelte es sich um eine Variante mit erhöhter Leistung. Am Ende des Jahrzehnts erhielt Lufthansa – nach 747-100 und -200 – am 25. Mai 1989 ihre erste Boeing 747-400.

Weltweit erste Betreiberin der Boeing 747-8

Die Berliner Mauer fiel am 9. November 1989, der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland folgte am 3. Oktober 1990. Kurz zuvor, am 28. September 1990, taufte Lufthansa eine Boeing 747-400 feierlich und notierte in der Firmenchronik: «Mit der Taufe des Jumbos auf den Namen Potsdam wird Lufthansa den Städtenamen aus dem Gebiet der ehemaligen DDR in alle Welt tragen.»

In den 1960er-Jahren hatte Lufthansa 80 Flieger von Boeing erhalten, in den 70ern 49, in den 80ern 79 und in den 90ern sogar 80. In den 2000er-Jahren waren es dann nur noch fünf Flugzeuge – alles Boeing 747-400. In den 2010ern folgten 19 Boeing 747-8. Die erste kam am 2. Mai 2012 an und machte Lufthansa weltweit zur ersten Airline mit der Variante.
Und ein Jet dieses Typ war im April 2015 auch der letzte Passagierflieger, den Lufthansa bis heute von Boeing in Empfang nahm.

MD-11 und Boeing 777 F für Lufthansa Cargo

Die insgesamt 24 Auslieferungen an die 1994 gegründete Lufthansa Cargo führt Boeing separat auf. Von 1998 bis 2001 kamen 14 MD-11, auch ein McDonnell-Douglas-Modell, aber jetzt schon Teil des Boeing-Konzerns. Am 19. November 2013 erhielt Lufthansa Cargo dann die erste Boeing 777F, wovon bis einschließlich 2021 neun weitere folgten.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie alle Boeing-Lieferungen an Lufthansa, geordnet nach Jahrzehnten und Modellen.