A320 Neo in KLM-Farben: Die Airline wechselt den Hersteller.

FlottenerneuerungDarum wählte KLM A320 Neo und nicht Boeing 737 Max

KLM erneuert ihre Mittelstreckenflotte mit Airbus A320 Neo - obwohl die Airline bisher auf Boeing 737 setzt. Der Operativchef findet zur Erklärung deutliche Worte.

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Die Boeing 737 Max wäre so naheliegend gewesen. Bei Spekulationen, wie KLM ihre Europaflotte erneuert, wurde der amerikanische Jet immer als die wahrscheinlichste Option gehandelt. Doch dann kam alles anders. Im Rahme einer Bestellung der Air France-KLM Group wurde bekannt, dass KLM künftig mit Flugzeugen der A320-Neo-Familie fliegen wird.

Warum entschieden sich die Niederländer für den europäischen Jet, wenn doch die Umschulung der Pilotinnen und Piloten Zeit und Geld kostet – mehr, als es bei der Boeing 737 der Fall wäre? Operativchef Rene de Groot gesteht ein, dass es zu Zusatzkosten führt, die Crews umzuschulen, aber: «Diese Kosten kann man einkalkulieren», sagt er.

Leiser als die 737 Max...

Ein Punkt, der für die A320 Neos spreche, sei, dass sie leiser seien als die 737 Max, so der Manager, der selbst noch als Pilot aktiv ist. Hinzu kommt: Aktuell sei auf der Mittelstrecke für KLM ein großer Mittelstreckenflieger wie der Airbus A321 Neo ideal – das hätten die Analysen von Routen und auch von den knappen Slots am Flughafen Schiphol ergeben.

Das Äquivalent von Boeing sei die 737 Max 10. «Die könnte die Lücke füllen, aber sie ist noch nicht zertifiziert. Mit einer Bestellung bei Boeing wären wir ein großes Risiko eingegangen, wann und ob die 737 Max 10 abhebt», sagt de Groot. Boeing habe keine zuverlässigen Aussagen machen können, was den Markteintritt der Max 10 angehe.

...und verfügbar

Tatsächlich gibt es derzeit Probleme bei der Zertifizierung des Modells. Denn nach den Abstürzen von zwei Boeing 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 wurde in den USA Ende 2020 der Aircraft Safety and Certification Reform Act verabschiedet. Das Gesetz schreibt vor, dass alle Flugzeuge, die nach dem 31. Dezember 2022 zugelassen werden, im Cockpit neue Sicherheitsvorschriften erfüllen. Das würde bei der Max 10 Änderungen mit sich bringen. Boeing versucht, das zu verhindern.

«Natürlich wäre es aus Trainingssicht einfacher gewesen, die Max zu bestellen», sagt de Groot. Doch die Mehrkosten für die Ausbildung ließen sich zuverlässig einberechnen, während Verspätungen bei der Zertifizierung eines Flugzeuges immer viele Umbekannte mit sich bringen würden. Die ersten A320 Neo erwartet KLM Anfang 2024.

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