Passagiere und Pilot: Beide sind giftigen Dämpfen ausgesetzt.

Neue Studie zur KabinenluftGiftige Dämpfe häufiger als gedacht

[image1]Dass die Luft in Flugzeugkabinen keine Alpenqualität hat, ist nichts Neues. Eine Studie zeigt aber, dass sie verbreiterter ist als bisher vermutet.

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Eine Studie des Instituts Fresenius, welche die Zeitung Welt am Sonntag bekannt machte, belegt, dass die Luft in Flugzeugkabinen noch stärker mit giftigen Dämpfen verseucht ist, als bisher angenommen. Mitarbeiter des Instituts entnahmen in Flugzeugen von Condor Wischproben und untersuchten diese auf das Nervengift Trikresylphosphat (TKP oder englisch: TCP). Es ist Bestandteil von Triebwerksölen.

Die Atemluft in der Kabine und im Cockpit wird ungefiltert über die Triebwerke gewonnen. Verbrennt Triebwerksöl, kann es sein, dass giftige Dämpfe entstehen, die in den Passagierraum gelangen. Eine besondere Gefährdung, so die Autoren der Studie, bestünde für das Kabinenpersonal und die Piloten. In 22 von insgesamt 24 Proben wurde nämlich das Nervengift TCP gefunden. Darunter elf von dreizehn Airbus 320, fünf Boeing 757 und neun Boeing 767. Eine Kontamination sei damit bestätigt, folgern die Autoren der Studie. Wie hoch die Konzentration von TCP war, verraten sie jedoch nicht.

Atemluft in fast allen untersuchten Airbus Modellen belastet

Bisher gehen Fluggesellschaften und Behörden davon aus, dass sie zumindest nicht gesundheitsgefährdend ist. Experten warnen dagegen schon lange vor dem sogenannten aerotoxischen Syndrom. «Man weiß seit 1954, dass es extrem schädlich ist, Dämpfe von erhitztem synthetischen Maschinenöl ausgesetzt zu sein. Und es gibt ganz klare Hinweise auf eine erhöhte Häufigkeit solcher Gesundheitsprobleme bei Flugbegleitern und Piloten», sagte Susan Michaelis, ehemalige Pilotin und heute Beraterin für Bord-Gesundheit in einem Interview mit aeroTELEGRAPH. Die Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit und Tod sei bei Piloten 400 Prozent größer als bei Berufsgruppen, die nicht solchen Dämpfen ausgesetzt sind.

Kurzfristig sind die Folgen des aerotoxischen Syndroms brennende Augen und juckende Nase, Atemprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch ein Gefühl eingeschlafener Körperteile. Langfristig klagen die Betroffenen über chronische Müdigkeit, Atem- und Herzprobleme, Nervenprobleme, Verdauungsstörungen und chemische Überempfindlichkeit. Bei Condor sind Mitarbeiter seit 2002 gegen Unfälle versichert, die mit kontaminierter Luft zusammenhängen

Lesen Sie hier das ganze Interview mit Susan Michaelis zum Thema aerotoxisches Syndrom: «Fluglinien scheren sich nicht»

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