Bombardier Q 400: Eine solche Maschine verunglückte bei Buffalo.

AbsturzColgan Air 3407: Entlarvende E-Mails

Neue Erkenntnisse zum Unglücksflug: Das Management war sich bewusst, dass der Pilot des nicht genügend ausgebildet war.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

«Jeder, der im Training vorher versagt hat und die Minimalstandards nicht erreicht, sollte die Q nicht fliegen.» Der Satz stammt aus einer E-Mail des stellvertretenden operativen Leiters von Colgan Air und wurde im August 2008 versandt. Er meinte damit Marvin Renslow - den Piloten der Bombardier Dash 8 Q400 von Colgan-Air-Flug 3407, der ein halbes Jahr später kurz vor der Landung in Buffalo in ein Haus stürzte. 50 Menschen kamen dabei ums Leben. Colgan flog die Strecke von Newark nach Buffalo im Auftrag von Continental Airlines.

In der E-Mail-Konversation, welche die Anwälte der Familien der Opfer des Absturzes nun veröffentlichten, diskutieren Manager und Chefpiloten der Airline die Qualifikationen ihrer Piloten. Der Grund: Kurz zuvor hatte man die Bombardier Dash 8 Q400 erworben und wollte sichergehen, dass alle Piloten in der Lage sind, den Flieger zu bedienen. Sie kamen allerdings zum Schluss, dass das nicht der Fall ist. «Ich habe da einige Zweifel, was Renslow betrifft», so Colgan-Air-Manager Dot Chaplin. «Sie haben Recht, er hatte ein Problem beim Upgrade», lautet die Antwort des Chefpiloten.

«Unschlagbarer Beweis»

Offenbar hatte der Pilot Schwierigkeiten bei der Umschulung von der vorher genutzen Saab 340 auf die Bombardier-Maschine. Die Manager beschlossen daher, dass Renslow den neuen Flieger nicht bedienen sollte. Nur kurze Zeit später änderten sie ihre Meinung aber. Für den Anwalt von 11 Familien der Opfer, Hugh Russ, ist das ein «unschlagbarer Beweis» dafür, wer die Schuld an dem Unglück trägt, wie er dem Fernsehsender WGRZ mitteilte.

Grund de Absturzes war gemäß den Ermittlungen der amerikanischen Sicherheitsbehörden ein Strömungsabriss kurz vor der Landung. Der kam zustande, weil Renslow und seine Kopilotin die Situation falsch einschätzten. Wie der Untersuchungsbericht zeigt, hatte der Pilot wegen drohender Vereisung während des Fluges die Mindestgeschwindigkeit um 15 Knoten erhöht. Er verringerte sie aber vor der Landung nicht wieder. Auch die Geschwindigkeit von 138 Knoten, die bei drohender Vereisung nötig wäre, hielt er nicht ein. Er flog mit 118 Knoten. Das löste das Sicherheitssystem aus und der Autopilot schaltete sich ab. Die Nase des Flieger senkte sich. Den Grund dafür erkannte Renslow offenbar nicht und zog sie immer wieder nach oben, was die Geschwindigkeit bis zum Strömungsabriss verringerte.

Als Folge des Unfalls kam es in den USA immer wieder zu Diskussionen über die Arbeitsbedingungen von Piloten. Unterbezahlung, schlechtes Training und hoher Zeitdruck wurden massive Probleme identifiziert. Pinaccle Airlines, die Muttergesellschaft von Colgan Air, reagierte auf die jetzt veröffentlichten Nachrichten. Renslow sei sehr wohl qualifiziert gewesen, den Flieger zu bedienen, heißt es in einer Mitteilung gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender. Nach den besagten E-Mails habe er ein neues Training erfolgreich absolviert und danach die nötigen Sicherheitsstandards erfüllt.

Mehr zum Thema

Blick aus dem Cockpit: Kann Theorie einen Teil der Praxis ersetzen?

Streit um Piloten-Anforderungen in den USA

Saab340 von Colgan: Den Flughafen um ein paar Meilen verfehlt.

Zielsicher zum falschen Flughafen

Video

Die Fokker 50 nach der Notlandung: Niemand kam bei dem Unglück ums Leben.
In Somalia musste eine Fokker 50 notlanden. Dabei ist das Flugzeug von Starsky Aviation über die Piste hinausgeschossen und am Strand zum Stillstand gekommen. Verletzt wurde niemand.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Zwei der drei Löschfahrzeuge am Flughafen St. Helena: Weil alle Fahrzeuge defekt sind, darf der Flughafen kein Flüge mehr abfertigen.
Die Atlantikinsel St. Helena ist aktuell nicht mehr per Flugzeug erreichbar. Alle drei Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr sind defekt. Wann der Flugverkehr wieder starten kann, ist unklar.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies