Bombardier Q 400: Eine solche Maschine verunglückte bei Buffalo.

AbsturzColgan Air 3407: Entlarvende E-Mails

Neue Erkenntnisse zum Unglücksflug: Das Management war sich bewusst, dass der Pilot des nicht genügend ausgebildet war.

Top-Jobs

Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Condor Logo Stelle

Duty Manager Ground Handling Center im Schichtdienst (m/w/d)

Feste Anstellung
Condor Flugdienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (m/w/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Pilatus

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (w/m/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Challenger 650

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

«Jeder, der im Training vorher versagt hat und die Minimalstandards nicht erreicht, sollte die Q nicht fliegen.» Der Satz stammt aus einer E-Mail des stellvertretenden operativen Leiters von Colgan Air und wurde im August 2008 versandt. Er meinte damit Marvin Renslow - den Piloten der Bombardier Dash 8 Q400 von Colgan-Air-Flug 3407, der ein halbes Jahr später kurz vor der Landung in Buffalo in ein Haus stürzte. 50 Menschen kamen dabei ums Leben. Colgan flog die Strecke von Newark nach Buffalo im Auftrag von Continental Airlines.

In der E-Mail-Konversation, welche die Anwälte der Familien der Opfer des Absturzes nun veröffentlichten, diskutieren Manager und Chefpiloten der Airline die Qualifikationen ihrer Piloten. Der Grund: Kurz zuvor hatte man die Bombardier Dash 8 Q400 erworben und wollte sichergehen, dass alle Piloten in der Lage sind, den Flieger zu bedienen. Sie kamen allerdings zum Schluss, dass das nicht der Fall ist. «Ich habe da einige Zweifel, was Renslow betrifft», so Colgan-Air-Manager Dot Chaplin. «Sie haben Recht, er hatte ein Problem beim Upgrade», lautet die Antwort des Chefpiloten.

«Unschlagbarer Beweis»

Offenbar hatte der Pilot Schwierigkeiten bei der Umschulung von der vorher genutzen Saab 340 auf die Bombardier-Maschine. Die Manager beschlossen daher, dass Renslow den neuen Flieger nicht bedienen sollte. Nur kurze Zeit später änderten sie ihre Meinung aber. Für den Anwalt von 11 Familien der Opfer, Hugh Russ, ist das ein «unschlagbarer Beweis» dafür, wer die Schuld an dem Unglück trägt, wie er dem Fernsehsender WGRZ mitteilte.

Grund de Absturzes war gemäß den Ermittlungen der amerikanischen Sicherheitsbehörden ein Strömungsabriss kurz vor der Landung. Der kam zustande, weil Renslow und seine Kopilotin die Situation falsch einschätzten. Wie der Untersuchungsbericht zeigt, hatte der Pilot wegen drohender Vereisung während des Fluges die Mindestgeschwindigkeit um 15 Knoten erhöht. Er verringerte sie aber vor der Landung nicht wieder. Auch die Geschwindigkeit von 138 Knoten, die bei drohender Vereisung nötig wäre, hielt er nicht ein. Er flog mit 118 Knoten. Das löste das Sicherheitssystem aus und der Autopilot schaltete sich ab. Die Nase des Flieger senkte sich. Den Grund dafür erkannte Renslow offenbar nicht und zog sie immer wieder nach oben, was die Geschwindigkeit bis zum Strömungsabriss verringerte.

Als Folge des Unfalls kam es in den USA immer wieder zu Diskussionen über die Arbeitsbedingungen von Piloten. Unterbezahlung, schlechtes Training und hoher Zeitdruck wurden massive Probleme identifiziert. Pinaccle Airlines, die Muttergesellschaft von Colgan Air, reagierte auf die jetzt veröffentlichten Nachrichten. Renslow sei sehr wohl qualifiziert gewesen, den Flieger zu bedienen, heißt es in einer Mitteilung gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender. Nach den besagten E-Mails habe er ein neues Training erfolgreich absolviert und danach die nötigen Sicherheitsstandards erfüllt.

Mehr zum Thema

Blick aus dem Cockpit: Kann Theorie einen Teil der Praxis ersetzen?

Streit um Piloten-Anforderungen in den USA

Saab340 von Colgan: Den Flughafen um ein paar Meilen verfehlt.

Zielsicher zum falschen Flughafen

Video

Die Boeing 757 des Justizministeriums der USA nach der Landung in New York: Diktator an Bord.
Nach dem nächtlichen Zugriff der U.S. Army in Caracas endet der Weg des venezolanischen Machthabers vor einem Gericht in New York – an Bord einer 36 Jahre alten Boeing 757 des Justizministeriums der USA.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Die verunglückte ATR 72 von Buddha Air: Überschoss die Landebahn in Bhadrapur.
Bei der Landung in Bhadrapur konnte eine ATR 72 von Buddha Air nicht rechtzeitig abbremsen. Sie schoss 300 Meter über die Piste hinaus. Sieben Menschen wurden dabei verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
evakuierung flugzeug koffer
Immer häufiger ist zu beobachten, dass Fluggäste bei Evakuierungen mit ihrem Handgepäck das Flugzeug verlassen - und damit ihr eigenes und fremde Leben riskieren. Der Airline-Dachverband Iata will nun mithilfe einer psychologischen Studie herausfinden, was Fluggesellschaften dagegen tun können.
Timo Nowack
Timo Nowack