Tiananmen-Platz: Friedliche Proteste wurden gewaltsam beendet.

Family-Guy-FolgeCathay Pacific muss sich für Szene in Zeichentrickserie entschuldigen

Was das Massaker vom Tiananmen-Platz angeht, gibt es in China strikte Regeln. Sieben Sekunden im Unterhaltungsprogramm reichten daher, um Cathay Pacific in die Bredouille zu bringen.

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Das Tiananmen-Massaker ist eines der heikelsten Themen in China. Umgegangen wird damit vor allem auch durch Zensur. Nach friedlichen Studentenprotesten am «Platz am Tor des Himmlischen Friedens», wie die deutsche Übersetzung des Namens heißt, schlug das Militär 1989 im Zentrum Pekings die Proteste der Bevölkerung nieder und tötete viele Menschen. Die Zahlen schwanken zwischen drei- und vierstellig. China schweigt dazu.

Daher ist auch der kritische Umgang mit dem «Vorfall des 4. Juni», wie man ihn in China nennt, nicht erwünscht. In Hongkong wurde das lang ignoriert. Jedes Jahr fand eine riesige Mahnwache statt, um bei Kerzenlicht der Opfer zu gedenken. Doch nach den Protesten im Jahr 2019 war es damit in Hongkong vorbei. Die Behörden und China gehen gegen Andersdenkende vor. Wer öffentlich des Massakers gedenkt, wird bestraft.

Sieben Sekunden sorgen für Stress

Umso heikler ist, was an Bord von Cathay Pacific geschah. Denn im Unterhaltungsprogramm der Hongkonger Airline lief ein Cartoon, der gegen die chinesischen Gesetze zum Thema verstößt. Die Fluggesellschaft zeigt dort unter anderem Folgen der Serie Family Guy. In einer dieser Folgen sorgte eine nur sieben Sekunden lange Szene für Probleme, berichtet die Zeitung South China Morning Post.

Die Hauptfigur Peter Griffin steht dort neben einem Demonstranten vor einer Reihe chinesischer Panzer - eine Hommage an ein berühmtes Bild eines Studenten auf dem Platz. Griffin erklärt schließlich, er sei nur für das Feuerwerk da - eben ganz in provokativer Family-Guy-Manier. Das reichte, um auf Social Media für Aufruhr zu sorgen.

«So schnell wie möglich entfernt»

Cathay Pacific entschuldigte sich für die Folge und will sie entfernen. «Wir betonen, dass der Inhalt der Sendung nicht den Standpunkt von Cathay Pacific widerspiegelt und haben sofort veranlasst, dass die Sendung so schnell wie möglich entfernt wird», so die Airline gegenüber der South China Morning Post. Ob das bereits geschehen ist, ist nicht bekannt.

Cathay hatte sich schon im September 2024 und Mai 2023 Richtung Festlandchina entschuldigen müssen. Bei einem Vorfall hatte in einem Flugzeug der Airline ein Paar aus Hongkong eine junge Frau vom Festland schikaniert. Bei dem anderen Eklat hatte Cathay drei Kabinencrew-Mitglieder entlassen, nachdem ihnen vorgeworfen wurde, sie hätten sich über Reisende vom Festland lustig gemacht, die nicht gut Englisch sprachen.

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