Bombardier Global 6500: Darf in den USA nicht verkauft werden, sagt Präsident Donald Trump.

HandelsstreitTrump will Bombardier aus den USA verbannen - doch die Drohung birgt einen sachlichen Fehler

Donald Trump verschärft seinen Konflikt mit Kanada und nimmt erneut Bombardier ins Visier. Der Präsident der USA droht dem Flugzeugbauer mit einem Verkaufsverbot in den Vereinigten Staaten. Doch dabei macht er einen Denkfehler.

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Donald Trump liebt Großbuchstaben, wenn er seine Gedanken in die Welt hinaus postet. Dieses Mal drehen sie sich um die Luftfahrt. Und ein bisschen um Kanada. «KEINE BOMBARDIER-VERKÄUFE MEHR IN DEN VEREINIGTEN STAATEN!», schrieb der US-Präsident am Montag (7. September) auf seinem Netzwerk Truth Social. Wenn Bombardier Zugang zum amerikanischen Markt wolle, müsse der kanadische Flugzeugbauer in den USA produzieren und aufhören, die Vereinigten Staaten wie ein «Sparschwein» zu behandeln.

Für Bombardier steht damit einiges auf dem Spiel. Die USA sind für den Businessjet-Hersteller ein zentraler Markt. Rund die Hälfte seiner Flotte wird von Kunden in den Vereinigten Staaten betrieben. Wie Trump ein Verkaufsverbot konkret durchsetzen will, ist allerdings offen. Und in seiner Forderung verbirgt sich ein noch etwas größerer Denkfehler. Denn Bombardier produziert längst in den USA.

Bombardier baut bereits in den USA

Der Konzern beschäftigt dort 3500 Menschen und unterhält Standorte in zahlreichen Bundesstaaten. In Kansas entstehen Spezialmissionsflugzeuge, im texanischen Red Oak werden die Tragflächen des Global 8000 gefertigt und im Raum Los Angeles Komponenten der Flugsteuerung.

Auch bei den Zulieferern ist Bombardier eng mit der US-Luftfahrtindustrie verflochten. Nach eigenen Angaben kauft das Unternehmen jährlich für mehr als 2,5 Milliarden Dollar bei rund 2800 Firmen in 47 Bundesstaaten ein. Noch in diesem Jahr soll zudem ein neuer Standort in Fort Wayne in Indiana eröffnet werden.

Bombardier betont, wie wichtig der US-Markt ist

Bombardier reagierte auf Trumps Drohung, ohne sie direkt zu kommentieren. Der Hersteller betonte stattdessen seine Bedeutung für die US-Luftfahrtindustrie. «Bombardier schätzt seine großartige Partnerschaft mit amerikanischen Unternehmen und seinen Beschäftigten in den USA», erklärte der Konzern. Man wolle dort weiterhin in Personal, Kunden und die Standorte investieren. Die Flugzeuge des Konzerns entstehen allerdings nicht ausschließlich dort. Bombardier produziert an Standorten in Kanada, den USA und Mexiko.

Hinter Trumps neuer Attacke steckt auch der Streit um den amerikanischen Businessjethersteller Gulfstream. Der US-Präsident wirft Kanada vor, US-Unternehmen den Zugang zum dortigen Markt zu erschweren. Konkret verweist er auf die noch ausstehenden kanadischen Zulassungen für die Gulfstream-Modelle G500, G600, G700 und G800.

Trump wollte Bombardier schon die Zertifizierung entziehen, ...

Kanada verlässt sich bei Zertifizierungen inzwischen nicht mehr automatisch auf Bewertungen der Luftfahrtbehörde FAA aus den USA, sondern führt eigene Prüfungen durch. Trump hatte das bereits zuvor zum Anlass genommen, Bombardier ins Visier zu nehmen.

Damals drohte er, der Bombardier Global Express und sogar allen in Kanada gebauten Flugzeugen die Zulassung in den Vereinigten Staaten zu entziehen, bis Gulfstream die kanadischen Zulassungen erhalte. Zusätzlich stellte er Strafzölle von 50 Prozent auf Flugzeuge aus Kanada in Aussicht.

... doch konkrete Maßnahmen folgten nicht

Die Ankündigung wurde kurz darauf teilweise relativiert. Das Weiße Haus stellte klar, dass eine mögliche Aberkennung der Zertifizierung nicht für Flugzeuge gelten solle, die bereits im Einsatz sind. Ein formeller Erlass zur Aberkennung von Zulassungen oder zu den angedrohten Maßnahmen lag ebenfalls nicht vor.

Nun geht Trump mit seiner Rhetorik noch einen Schritt weiter und erklärt, Bombardier solle überhaupt keine Flugzeuge mehr in den Vereinigten Staaten verkaufen dürfen. Dabei verwies er neben Gulfstream auch auf den breiteren Handelsstreit und warf Kanada vor, Unternehmen aus den USA zu benachteiligen. Wie genau das alles rechtlich funktionieren soll, ist allerdings nicht klar.

Regierung gibt Bombardier Rückendeckung

Rückendeckung bekommt Bombardier aus Québec. Die dortige Regierung bezeichnet den Hersteller als Aushängeschild ihrer Wirtschaft und sagte Konzernchef Éric Martel Unterstützung zu. Gleichzeitig stellte sie klar, dass sie sich nicht vorschreiben lassen will, wo Unternehmen produzieren müssen, um Zugang zu einem Markt zu bekommen.

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