Bombardier Challenger 850 of the Belarusian government.

WeißrusslandDer mysteriöse Flug von Lukaschenkos Businessjet

Ein Businessjet der weißrussischen Regierung flog vergangene Woche angeblich von Minsk nach Bodrum. Was steckt hinter dem Flug in die Türkei?

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Recep Tayyip Erdogan reagierte so unbeeindruckt wie schnell. Während in Minsk die Menschen zu protestieren begannen, gratulierte das türkische Staatsoberhaupt Alexander Lukashenko zur Wiederwahl als Präsident von Weißrussland. Er habe ihm «Glück und viel Erfolg» gewünscht und dem Volk «Wohlstand und Wohlergehen», zitiert die staatliche weißrussische Nachrichtenagentur Belta aus der Grußbotschaft.

Gleichzeitig gab es eine andere direkte Verbindung zwischen Weißrussland und der Türkei. Gemäß mehreren Flugverfolgungsdiensten startete noch am Tag der umstrittenen Wiederwahl am 9. August die Bombardier Challenger 850 mit dem Kennzeichen EW-301PJ in Minsk Richtung Ägäis. Das von der Nationalairline Belavia betriebene Flugzeug landete nach rund zweieinhalb Stunden in Bodrum.

Familie an Bord?

Vier Tage später war der Businessjet der Regierung nochmals auf der Strecke unterwegs. Offizielle Bestätigungen dazu gibt es freilich nicht. Andrey Suzdaltsev ist jedoch überzeugt, dass sich an Bord die Familie von Lukashenko befand. «Er hat wahnsinnig Angst», so der Politikprofessor an der Higher School of Economics in Moskau zur russischen Zeitung MK.

Bei der Wahl am 9. August wurde Lukashenko nach offiziellen Angaben mit 79,9 Prozent wiedergewählt. Von vielen Staaten wird das Ergebnis jedoch nicht anerkannt, da dem Diktator Wahlbetrug vorgeworfen wird. Inzwischen protestieren in Minsk Zehntausende gegen den Staatschef und im Land kommt es zu Streiks, die Teile des öffentlichen Lebens lahmlegen.

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