Nicolas von Mende sagt es ohne Umschweife. «Das AOC wurde zum 31. März zurückgegeben», erklärt der Geschäftsführer von Atlas Air Service im Gespräch mit aeroTELEGRAPH und bestätigt damit eine Meldung des Luftfahrtdatenanbieters CH-Aviation. Der Grund für die Rückgabe des Luftverkehrsbetreiberzeugnisses (Englisch: Air Operator Certificate oder eben kurz AOC) die fehlende Wirtschaftlichkeit des Chartergeschäfts. «Es war für uns ein kleines Geschäft.»
Zuletzt betrieb Atlas Air Service sechs Flugzeuge: drei Cessna CJ1, eine Cessna CJ2, eine Cessna CJ3 sowie eine XLS+. Gegenüber CH-Aviation erklärte von Mende, dass für einen wirtschaftlich stabilen Charterbetrieb eine Flotte von etwa 10 bis 20 Flugzeugen erforderlich gewesen wäre. Drei Flugzeuge sind bereits an andere Betreiber veräußert worden, zwei davon gemäß CH Aviation an die österreichische Skyside. «Die anderen drei Flugzeuge werden von uns ebenfalls verkauft», erklärt der Geschäftsführer.
Atlas Air Service setzt ganz aus das Kerngeschäft
Allen betroffenen Mitarbeitenden hat Atlas Air Service AAS alternative Jobs im 1970 gegründeten Unternehmen mit Sitz in Ganderkesee im Bundesland Niedersachsen angeboten. Teilweise habe sich das fliegende Personal neu orientiert, so von Mende. Ohne den Charterbetrieb werde man profitabler, erklärt er. «Wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft.»
Dazu gehören der Betrieb und die Verwaltung von Geschäftsflugzeugen für Kunden, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie der Verkauf und die Vermittlung von Business Jets. Atlas Air Service beschäftigt rund 300 Mitarbeitende an vier Standorten in Deutschland und der Schweiz.
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