Terror an FlughäfenBringen mehr Kontrollen wirklich mehr Sicherheit?

Die türkische Regierung reagiert auf das Attentat am Flughafen Istanbul mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Das sei der falsche Ansatz, sagt ein renommierter britischer Sicherheitsexperte.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Destination Manager (w/m/d)

DERTOUR Destination Services AG
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse / Fluglotsin (w/m/d)

Studium
Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Top jobs
Langen b. Frankfurt
Deutschland
AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Nach dem blutigen Attentat auf den Flughafen Istanbul Atatürk will die türkische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen. «Es ist an einem Flughafen passiert. Körperkontrollen oder Durchleuchtungen reichen nicht aus. Wir müssen weitere Maßnahmen gegen solche Angriffe ergreifen», sagte der türkische Premierminister Binali Yildirim bei einer Erklärung zum Terroranschlag (siehe Video). Bei der Attacke, hinter der die islamistische Terrormiliz Daesh vermutet wird, waren vergangene Woche 45 Menschen gestorben und 235 verletzt worden.

Die Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen Istanbul Atatürk sind jedoch bereits heute höher als an den Flughäfen in Westeuropa. Die Kontrolle beginnt weit vor dem Flughafen. Rund 1,5 Kilometer vor dem Terminal werden alle Autos angehalten und untersucht. Zudem gibt es schon beim Eingang zum Terminal eine Gepäckkontrolle mit Röntgengeräten. Dennoch will die Türkei künftig noch weiter gehen.

Man schafft neue Ziele

Die Verschärfung der Maßnahmen ist ein immer wieder zu beobachtender Vorgang. Der Flughafen Brüssel Zaventem hat nach den Anschlägen vom 22. März die Kontrollen ebenfalls erweitert. Auch er überprüft bei der Zufahrt ausgewählte Fahrzeuge. Zudem dürfen Passagiere nicht mehr vor dem Terminal abgesetzt werden. Das passiert nun auf weiter entfernten Parkplätzen. Von dort müssen Reisende alleine zum Abfertigungsgebäude gelangen. Beim Eingang werden sie erst einmal überprüft, bevor sie ins Terminal dürfen.

Doch erhöht das alles die Sicherheit wirklich? «Nein. Wir verlagern einfach die Ziele», sagt Simon Bennett, Professor für zivile Sicherheit an der britischen University of Leicester. Das könne mitunter sogar noch gefährlicher sein. «Wer sagt uns, dass dann nicht jemand eine mit Sprengstoff gefülltes Auto in das Zelt vor dem Terminal fährt?», fragt der Experte. Gerade die Attacken von Istanbul haben denn auch gezeigt, dass Terroristen trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen Wege finden, ihre Ziele zu verfolgen.

Terroristen wollen Angst säen

Bennett glaubt, dass ein starker Ausbau der Maßnahmen an Flughäfen kontraproduktiv ist. «Wenn wir die Kontrollen massiv ausweiten, dann hat Daesh den Krieg gegen den Westen gewonnen», so der Experte. Denn die Terrormiliz wolle erreichen, dass wir unser Leben nicht mehr so leben könnten wie bisher. «Sie hassen Freiheit. Sie wollen, dass wir Angst haben und Beschränkungen unterliegen», so Bennett.

Für den britischen Sicherheitsexperten darf die Politik deshalb ja nicht überreagieren. «Es sterben jedes Jahr viel mehr Leute auf den Straßen als durch Terror», so der Professor. das müsse man sich immer im Bewusstsein halten. Regierungen müssten eine Balance zwischen Sicherheit und möglichst geringer Einschränkungen des westlichen Lebensstils finden. «Um Daesh wirksam zu bekämpfen, muss man das Übel bei der Wurzel packen: Finanzen austrocknen, Nachwuchs kappen» so Bennett. Voraussetzung sei jedoch eine Aufstockung des Etats der Geheimdienste.

[poll id="10"]

Mehr zum Thema

Boeing 787-9 von Lufthansa: Die Fluglinie steht in der Kritik.

Bericht wirft Lufthansa heikle Tankpraxis und Routenplanung vor

Ballon in der Luft: Ballonfahren ist noch gefährlicher als fliegen in Kleinflugzeugen.

Warum Ballonfahrten gefährlicher sind als Flüge im Flugzeug oder Hubschrauber

Pilot in einem leeren Ryanair-Flugzeug: Die Sicherheitshinweise sorgen für Diskussionen.

Reisende rätseln über Symbole auf Sicherheitshinweisen von Ryanair

Kleinflugzeug im Flug: Pilotinnen und Piloten müssten besser geschult werden.

Bessere Ausbildung der Pilotinnen und Piloten soll Unfallrate senken

Video

Flughafen Düsseldorf U-Bahn 9
Nach sieben Jahren Bauzeit eröffnet Düsseldorf zwei neue U-Bahn-Linien. Sie binden erstmals den Flughafen an das Stadtbahnnetz der Landeshauptstadt an.
Jakob Wert
Jakob Wert
Der Moment bevor das Kleinflugzeug mit dem Helikopter Kollidiert: Jetzt ist der NTSB-Bericht erschienen.
Vor zwei Wochen kollidierten eine Cessna 150 und ein Bell 407 an einem Flugplatz in Pennsylvania. Was in den letzten Sekunden davor geschah, zeigt nun der erste Zwischenbericht der Untersuchungsbehörde NTSB.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A400M der Roal Air Force nach der Landung in Jan Mayen: Mit dem Transporter wurden Nato-Kontingente in die Arktis verlegt.
US-Marines, britische Royal Marines und norwegische Soldatinnen und Soldaten üben auf Jan Mayen. Airbus A400 M und Lockheed C-130 brachten für die Manöver neben Truppen auch Material auf die abgelegene Arktisinsel.
gerard al fil
Gérard Al-Fil