Mitsubishi Regional JetBremsen 737-Max-Probleme Mitsubishi aus?

Der japanische Regionalflieger soll nach vielen Verspätungen Mitte 2020 ausgeliefert werden. Doch in den USA könnte es nun erneut zu Verzögerungen kommen.

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Obwohl die Entwicklung des Mitsubishi Regional Jet vor mehr als zehn Jahren begann, wartet das japanische Flugzeug nach etlichen Verzögerungen immer noch auf seine Zertifizierung. Ende März 2019 hatte der Hersteller allerdings eine gute Nachricht: Man habe von der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA einen sogenannten Letter of Authorization erhalten, teilte die Mitsubishi Aircraft Corporation mit. Damit sei der Weg für Testflüge mit FAA-Experten an Bord frei. «Piloten der FAA haben bereits zwei Einführungsflüge im Mitsubishi Regional Jet absolviert», so das Unternehmen weiter.

Jedoch gibt es nun – wenn auch nicht offiziell – Bedenken, dass der Zertifizierungsprozess durch die FAA im Zuge der Abstürze und des Groundings der Boeing 737 Max strenger und langwieriger ausfallen könnte, als zuvor erwartet. «Wir könnten potenziell von einer strengeren Überprüfung betroffen sein», sagte ein hochrangiger Mitsubishi-Manager, der namentlich nicht genannt werden wollte, gegenüber der Zeitung Nikkei Asian Review.

Airlines verfolgen Entwicklung genau

Die amerikanische Luftfahrtbehörde ist im Zuge der 737-Max-Abstürze in Indonesien und Äthiopien selbst in die Kritik geraten. Ehemalige FAA-Ingenieure erklärten im März gegenüber der Zeitung Seattle Times, die Behörde habe bei der Zertifizierung der Boeing 737 Max unter Zeitdruck wichtige Bewertungen dem Hersteller überlassen. Die FAA selber erklärte, sie sei bei der 737 Max ihrem Standardzertifizierungsprozess gefolgt. Das US-Transportministerium leitete eine Untersuchung ein.

Unter diesen Umständen könnte die FAA bei der Zulassung neuer Flugzeuge nun besonders akkurat arbeiten und Dinge lieber einmal mehr prüfen, als sich erneut möglichen Zweifeln auszusetzen. Mitsubishi könnten so durch einen längeren Zertifizierungsprozess weitere Verzögerungen beim Regional Jet drohen. Zurzeit hat der Hersteller Mitte 2020 als Termin für die erste Auslieferung anvisiert. Mitsubishi-Aircraft-Präsident Hisakazu Mizutani gestand kürzlich mit Blick auf die schon jetzt riesige Verspätung ein: «Wir waren gezwungen, unseren Kunden Erklärungen zu geben.» Die Fluggesellschaften verfolgten die Entwicklung genau und der Mitsubishi Regional Jet müsse nun bald startklar werden.

Zwei Varianten des MRJ geplant

Gemäß Nikkei Asian Review hatte der Flugzeugbauer auf dem Höhepunkt 474 Bestellungen für den Flieger vorliegen, doch seit 2016 gingen keine neuen Orders mehr ein und durch Abbestellungen schrumpfte das Orderbuch auf 407 Exemplare des Jets. Es soll ihn in zwei Varianten geben: den MRJ 90 mit 88 Sitzen und den MRJ 70 mit 76 Plätzen.

Im Flugtestprogramm befinden sich zurzeit nur MRJ 90. Am kleineren MRJ 70 nimmt Mitsubishi noch Änderungen vor, um den Flieger nach den Verzögerungen zeitgemäß zu halten. Präsident Hisakazu Mizutani sagte laut dem Fachportal Air Transport World, man stehe kurz davor, diese Arbeiten abzuschließen. Der Hersteller strebt an, zeitgleich die Zertifizierung von der FAA, der europäischen Easa und dem Japan Civil Aviation Bureau JCAB zu erhalten. Zertifizierungsflüge mit der JCAB starteten Anfang März.

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