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In den Ruhestand nach 34 Jahren

Brasilien zieht seinen zweiten Präsidentenjet aus dem Verkehr. Sie sah Diktatur und Aufschwung des Landes.

Força Aerea Brasileira

Die Boeing B737-200 der brasilianischen Luftwaffe: Geht jetzt ins Museum.

27’000 Flugstunden und 27’500 Landungen auf der ganzen Welt hat die Maschine inzwischen auf dem Buckel. Sie diente neun Präsidenten und war in Dutzenden von Ländern auf der ganzen Welt. Doch nun muss die Boeing B737-200 der brasilianischen Luftwaffe nach 34 Jahren in den Ruhestand. «Wir haben uns in dieser Zeit operativ massiv verbessert» erinnerte sich Flugkapitän José Antônio Botturi Júnior in der Zeitung O Globo. Anfang November wurde die Maschine mit der Immatrikulation VC96-2115 von Brasilia nach Rio de Janeiro geflogen, wo sie später in einem Museum zu sehen sein wird.

Gekauft worden war die Boeing B737 1976 vom damaligen Präsidenten Ernesto Geisel. Danach diente sie auch João Figueiredo, José Sarney, Fernando Collor, Itamar Franco, Fernando Henrique Cardoso, Luiz Inácio Lula da Silva und noch kurz Dilma Rouseff. Die Maschine erlebte damit zuerst die Militärdiktatur und später den Aufstieg des demokratischen Brasiliens zum Schwellenland. Kein Wunder, dass in ihrer Heimat nun etwas Wehmut mitschwingt, da sie aus dem Verkehr gezogen wird. «Wir geben der Maschine, die unserer Nation so gut diente, den wohl verdienten Ruhestand» sagte Ênio Beal Júnior. Am Ende war die B373 nur noch als präsidiale Reservemaschine gebraucht worden.

Embraer und Airbus

Ersetzt wird die Maschine nicht nur wegen ihres Alters, sondern auch weil sie im Unterhalt und beim Kerosinverbrauch zu teuer wurde. Neue Reservemaschine ist seit Kurzem eine einheimische Embraer 190. Hauptmaschine der Regierung ist ein Airbus A319-133X CJ.



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